«Eine Bedrohung im Cyberspace ist im Gegensatz zu realen Bedrohungen permanent latent vorhanden»

«Eine Bedrohung im Cyberspace ist im Gegensatz zu realen Bedrohungen permanent latent vorhanden»

Artikel erschienen in IT Magazine 2012/03
Was erwartet die ISSS von der Strategie des Bundes?
Wichtig ist, dass klar festgesetzt wird, wer verantwortlich ist: Für die technische Umsetzung und für die zentrale Koordination im Ereignisfall. Das ist angesichts der Vielzahl beteiligter Akteure (Bund, Kantone, Städte, kritische Infrastrukturen, Firmen, etc.) sicher eine Herausforderung der Umsetzungsplanung. Dazu sollen zunächst vorhandene Instrumente gestärkt und gegebenenfalls besser vernetzt werden. Weiter ist es unserer Ansicht nach ein Muss, dass in der Antizipation nicht nur aktuelle Bedrohungen analysisert werden, sondern dass mittels Forschung und Lehre auch nach neuen Angriffsmethoden und Abwehrmassnahmen gesucht wird.
Können Sie „Cyber War“ definieren? Fällt „Cyber War“ auch unter diese Strategie?
Ich nehme an, die Strategie heisst „Cyber Defense“, weil es keine „War“-Strategie werden soll. Die reine Kriegsführung im Cyberspace wird unter Experten aber ohnehin als unrealistisch bezeichnet. Die Streitkräfte der USA bezeichnen Cyber als eine „New Domain of Operations“ und haben neben Space, Air, Land und Sea eine fünftes Kompetenzzentrum ins Leben gerufen. Ich gehe davon aus, dass Cyber dabei ein unterstützendes Element bei der Durchsetzung von Interessen in Krisenzeiten darstellt. Grundsätzlich gewinnen durch die zunehmende Vernetzung sowohl das Abwehr- als auch das Angriffsdispositiv stark an Bedeutung. Denn eine Bedrohung im Cyberspace ist im Gegensatz zur realen Bedrohung durch militärische Angriffe permanent latent vorhanden. Darum ist die Entwicklung entsprechender Kompetenzen für die Schweiz zentral und unerlässlich.

Neuen Kommentar erfassen

Anti-Spam-Frage Was für Schuhe trug der gestiefelte Kater?
Antwort
Name
E-Mail
SPONSOREN & PARTNER