Innovationen: Ein Gemeinschaftswerk

Innovationen: Ein Gemeinschaftswerk

Artikel erschienen in IT Magazine 2011/09

Anerkennung ist wichtig

Unabhängig davon, welche Gemeinschaft man wählt, um seinen Innovationsprozess zu füttern, ist es wichtig, diese auch in die richtige Richtung zu lenken. Menschen geben ihre Zeit und ihre Ideen nicht aus reinem Altruismus. Man muss sie motivieren. Dabei muss insbesondere die Frage «Was habe ich davon?» beantwortet werden. Man muss die Menschen belohnen, was auf ganz verschiedene Art und Weise stattfinden kann. So ist es möglich, den Status einer Person auf der Ideenplattform durch Beachtung durch die Community anzuerkennen. Aber auch finanzielle oder ähnliche Belohnungen für die besten Ideen bieten Anreize. Auf jeden Fall sollte das System darauf zugeschnitten sein, vor allem die Qualität und nicht nur die Quantität zu honorieren. Die Art und Weise der Anerkennung und den Weg, diese zu erreichen, müssen ganz klar kommuniziert werden. Der Ideenfindungsprozess muss durch eine konstante Kommunikation auf allen Ebenen begleitet werden. Darunter versteht man zum einen klare Informationen über den Ideen-Auswahlprozess sowie die Details zu den Anerkennungsmöglichkeiten. Ebenso wichtig ist das Führen der Gemeinschaft auf der Plattform durch dafür eingesetzte Mitarbeiter sowie Berichte über die Fortschritte der Projekte und Erfolgs­geschichten über die implementierten Ideen.

Unterstützung durch die Führungskräfte

Führungskräfte haben ebenso viel Einfluss auf den Ideenfindungsprozess wie die Community, welche die Ideen liefert. Innovationen im Unternehmen sollten nicht nur Bestandteil von Verwaltungsratssitzungen bleiben, vielmehr betreffen sie jede Abteilung der Organisation und sollten auf einer klaren Geschäftsstrategie mit ganz spezifischen und messbaren Zielsetzungen basieren. Die Förderung von Innovation benötigt von den Führungskräften drei konkrete, positive Beiträge: Erstens den Einfluss auf die Kultur der Organisation, zweitens den Fokus für die Ideen und drittens die Mittel für das Prototyping. Der erste Schritt, um in einer Organisation Innovation zu fördern, ist es, die bestehende Kultur anzupassen und sie innovationsfreundlicher zu gestalten. Das Experimentieren und das Lernen aus Fehlern sollte Teil eines regelmässigen und kontinuierlichen Prozesses sein. Allein das kann schon ein grosses Unterfangen sein, da Menschen sich grundsätzlich gegen Veränderungen sträuben. Führungskräfte haben Vorbildfunktion. Sie müssen dementsprechend als Vorbilder handeln, so dass der Rest der Organisation das gewünschte Verhalten sieht und diesem Muster folgen kann.

Die zweite Anforderung an die Führungskräfte ist, die Nutzbarmachung des Ideenprozesses vorzubereiten. Um so effektiv wie möglich zu sein, sollten der Community Grenzen für die Kampagne gesetzt werden, damit die Ideen ein spezifisches Problem zum Fokus haben. Deshalb sollten die Themen für die Kampagnen sorgfältig ausgewählt und über die Zeit immer fokussierter werden. Es ist zum Beispiel nicht ratsam, mit einem Thema anzufangen, welches ausschliesslich darauf abzielt, den Profit des Unternehmens zu steigern. Man muss Vertrauen mit einem grundsätzlichen Thema aufbauen, welches idealerweise den emotionalen Nerv trifft. Danach ist es einfacher, nach Ideen zu fragen, welche grösseren direkten Einfluss auf die Finanzen haben. Die letzte Zusicherung, welche die Führungskräfte für einen erfolgreichen Innovationsprozess zur Verfügung stellen müssen, sind die finanziellen Mittel. Wenn man eine Ideenfindungsplattform implementiert, ohne die Mittel für einen Prototypen der ausgewählten Ideen zur Verfügung zu stellen, ist dies eine sinnlose Übung. Die Community will wissen, was mit den eingereichten Vorschlägen passiert und will Taten aufgrund der eingebrachten Ideen sehen. Auch will sie erfahren, wie viele Ideen für die Pilotphase ausgewählt werden und wie viele dann für die Organisation implementiert werden sollen. Ebenso will die Gemeinschaft wissen, wieso es bestimmte Vorschläge nicht geschafft haben und welche Wirkung die angewandten Ideen erzielt haben.

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