Meierhans meint: Das grösste Risiko ist ein erpressbarer Service-Provider

Meierhans meint: Das grösste Risiko ist ein erpressbarer Service-Provider

Artikel erschienen in IT Magazine 2011/06

Gefährdet ist, wer erpressbar ist

Die Frage ist allerdings, inwiefern diese wachsende Unsicherheit den Schweizer Mittelstand betrifft. Und hier ist die Antwort nicht mehr so eindeutig. Die Angriffe sind in praktisch allen Fällen wirtschaftlich motiviert. Es werden Bank- und Kreditkarteninformationen geklaut, oder seit die Kreditkartenunternehmen den Missbrauch besser in den Griff bekommen haben, vermehrt auch Grossunternehmen erpresst, deren Business-Modell existenziell vom Internet abhängt. Gezielte Angriffe auf kleinere und mittlere Unternehmen sind demgegenüber äusserst selten, weil sie vergleichsweise wenig Ertrag versprechen und auch in den wenigsten Fällen verwertbare Geheimnisse hüten. Ihre in der Regel schlecht gewarteten Websites werden allenfalls wie im Fall der grossen Schweizer Zeitung zur Verteilung von Schadsoftware genutzt.
Sicherheit heisst für Schweizer KMU darum vor allem auch, sich nicht von einzelnen Internet-Service-Anbietern abhängig zu machen, auf die sich ein Angriff lohnt. Das Internet als Ganzes ist demgegenüber in der Praxis viel weniger gefährdet, als dies mit den heutigen Angriffsmöglichkeiten denkbar wäre. Der Grund ist ganz einfach: Niemand hat ein Interesse, die Kuh zu töten, die er melkt, wie ein Security-Insider die aktuelle Situation lapidar zusammenfasst.

Dr. Daniel Meierhans beschäftigt sich als Technologie- und Wissenschaftsjournalist mit dem ICT-Einsatz in Unternehmen. In seiner regelmässigen Kolumne wirft er einen kritischen Blick auf die Schwerpunkt-Themen des Swiss IT Magazine.
Daniel.Meierhans@Inhalte.ch
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