Kosten senken durch das Prinzip Wertschätzung am Arbeitsplatz

Kosten senken durch das Prinzip Wertschätzung am Arbeitsplatz

Artikel erschienen in IT Magazine 2011/06

Emotionale Kompetenz

Ein guter und fairer Partner kann nur sein, wer neben ausgeprägten Charakterstärken auch ein hohes Mass an emotionaler Kompetenz besitzt und es versteht, seine Gefühle sozial verträglich auszudrücken. Dazu gehören Selbstbeherrschung und eine hohe Konfliktlösungskompetenz.
Unbeherrschtes und lautes Verhalten wirken sich äusserst nachteilig auf die emotionale Bindung aus. Leider sind gerade diese schädlichen Verhaltensweisen oft durch prägende Ereignisse in der Vergangenheit entstanden und werden unkontrolliert sehr emotional gelebt. Menschen brauchen also Zuwendung und gute Partner als Vorgesetzte, damit ihre emotionale Bindung sich positiv entwickelt.

Diese gesteigerte emotionale Bindung führt bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhöhter Leistungsbereitschaft, zu mehr Qualitätsbewusstsein sowie zu einer ausgeprägten Kundenorientierung auf Grund von mehr sozialer Verantwortung. Über die Anwendung der Forschungsergebnisse eines weiteren berühmten Wissenschaftlers lässt sich noch eine Steigerung erzielen. Die Forschungen von Abraham Maslow haben gezeigt, dass der Mensch auf der untersten Bedürfnisstufe in seinem Innersten immer auch nach Selbstverwirklichung strebt.
Wenn der Arbeitsinhalt nicht in der Lage, ist Sinn zu vermitteln, werden Menschen das Bedürfnis nach Sinn im Leben ausserhalb des Arbeitsumfeldes suchen. Zum Beispiel in Freizeitaktivitäten oder Freiwilligenarbeit. Unternehmen jedoch, welche es schaffen, das Bedürfnis der Mitarbeitenden nach Selbstverwirklichung innerhalb der Arbeit zu erfüllen, werden als Dank hohe emotionale Bindung erleben.

Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse für menschliches Verhalten

Der Unternehmensberater Joachim Friedrich kann im Alter von 74 Jahren auf rund 30 Jahre Erfahrung mit «Wertschätzung am Arbeitsplatz» und der Arbeit mit Menschen in Unternehmen zurückblicken. Mehr als einmal konnte er beweisen, dass die vier Dimensionen Neurobiologie, Positive Psychologie, Emotionenlehre und die Maslow-Theorie der Schlüssel zu nachhaltigem Erfolg sind.
Dass emotionale Bindung direkten Einfluss auf den Erfolg eines Unternehmens hat ist hinlänglich bekannt. Die meisten Methoden beschränken sich jedoch auf die Bewusstmachung dieser Tatsachen. Konkrete Ansatzpunkte für Verbesserungen fehlen aber!
Kennen Sie das Ziel für Ihre eigenen Verbesserungen? Bevor Sie jetzt zu lange überlegen, kann ich Sie beruhigen. Die wenigsten Menschen wissen es. Warum? Weil sie gar nicht wissen, was sie in der Vergangenheit falsch gemacht haben. Es fehlt ihnen eine Prioritätenliste von möglichen Verhaltensfehlern und dessen Folgen, welche sie angehen sollten. Das Risiko des Fehlverhaltens ist nicht bekannt!
Joachim Friedrich hatte in seiner Arbeit als Diplomingenieur oft mit der Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA) im Prozess- und Konstruktionsbereich zu tun. Eines Tages kam er, bei der Suche nach einer Methode für die Bewusstmachung von Verhaltensfehler, auf die Idee, die FMEA auf zwischenmenschliche Aspekte zu übertragen. Damit war die HUMAN-FMEA geboren. Sie ist zum zentralen Bestandteil seiner Arbeit geworden. In der Zwischenzeit sind Dutzende von FMEA-Analysen zu verschiedensten Persönlichkeits-
und Führungsthemen entstanden und angewandt worden. Alleine dieses Bewusstmachen von Fehlerfolgen und deren Risiken für das eigene Leben, das Team und das Unternehmen kann eine Führungskraft dazu bewegen, ihr Verhalten zu verändern. Es braucht nicht immer ausgeklügeltere Incentive-Programme, um die bedenklichen Ergebnisse der Gallup-Studie zu verbessern, sondern nur ein etwas kultivierteres Miteinander und mehr Wertschätzung am Arbeitsplatz.

Thomas Schneider, Agilis SA, Consultant für Wertschätzung am Arbeitsplatz, thomas.schneider@agilis.ch
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