Das PDF-Format zeigt seine Schokoladenseite

Das PDF-Format zeigt seine Schokoladenseite

Artikel erschienen in IT Magazine 2010/12

Oberfläche generalüberholt

Bisher waren die doch recht umfangreichen Funktionen, die Acrobat Professional dem Anwender bietet, auf verschiedene Menüs und Toolbars verteilt und zum Teil nur schwer zu finden, was auch Adobe zugibt. Manches produktivitätserleichternde Feature war den meisten Nutzern deshalb gar nicht bekannt. Mit einer runderneuerten Oberfläche will der Hersteller diesem Missstand in Acrobat X ein Ende bereiten: Neu sind alle wichtigen Funktionen einer wahlweise einblendbaren Palette am rechten Fensterrand zusammengefasst, die je nach Wunsch nahezu sämtliche allgemeinen Funktionen und Werkzeuge («Tools»), die Funktionen zum Kommentieren («Comment») oder die Möglichkeiten zum Informationsaustausch («Share») präsentiert. Innerhalb der Bereiche Tools und Comment ist die Palette weiter nach auf- und zuklappbaren Funktionsbereichen gegliedert.


Zum Anlegen eines neuen PDF-Dokuments findet sich links oben das Menü «Create» mit Optionen zum Erstellen eines PDF-Dokuments aus einer bestehenden Datei, aus der Zwischenablage oder einer Webseite, zum Einlesen eines Papierdokuments per Scanner sowie zur Erfassung eines neuen PDF-Formulars und zum Zusammenstellen eines PDF-Portfolios. Das eigentliche Hauptmenü umfasst nur noch wenige allgemeine Punkte, dazu kommt eine ebenfalls ziemlich ausgemistete Toolbar. Die neue Oberfläche wirkt insgesamt sehr übersichtlich und zeigt die Tools und Funktionen mit relativ grossen, gut lesbaren Icons und Beschriftungen an.



Neues und Verbessertes

Bei der Erfassung von Papierdokumenten wurde die Texterkennung markant aufgewertet, womit sich auch die Volltextsuche in gescannten Dokumenten verbessert. Die Software erkennt nun automatisch, ob ein Dokument in Farbe, in Graustufen oder schwarzweiss gehalten ist. Ein neuer Komprimierungsmechanismus sorgt zudem für kleinere PDFs. Neu zeigt Acrobat nach der Texterkennung auch Problemstellen an, die nicht eindeutig erkannt wurden, und bietet die Möglichkeit, den Volltext manuell zu korrigieren.


Auch auf der anderen Seite der Dokumentenverarbeitungskette bietet Acrobat X mehr als die Vorgängerversion: Stellen, die man mit Hilfe des Auswahlwerkzeugs von Acrobat über die Export-Funktion aus einem PDF- in ein Office-Dokument überträgt, erscheinen mit der neuen Acrobat-Version deutlich formatgetreuer als bisher. Perfekt ist das Erscheinungsbild je nach Komplexität der Darstellung zwar immer noch nicht, aber das Resultat ist im allgemeinen mehr als akzeptabel. So fügt sich zum Beispiel eine schön formatierte PDF-Tabelle mit nahezu allen Formatierungen ins Excel-Dokument ein.


Interessant ist die Funktion «Dokumentenvergleich», eines der wenigen Features, die nur übers Menü zugänglich sind. Sie stellt zwei PDF-Dokumente samt Kommentarzusammenfassung im Direktvergleich einander gegenüber und erlaubt es, Veränderungen festzustellen und zu dokumentieren. Stellen, die sich unterscheiden, werden je nach Art (Löschungen, Änderungen, Ergänzungen) mit unterschiedlichen Farben markiert.


Stark verbesert wurde das Schwärzen sensibler Daten: Statt einfach ein schwarzes Rechteck über die geheimzuhaltende Stelle zu legen, was die Informationen zwar visuell, aber nicht in der Datenstruktur des PDF-Files versteckt, lassen sich «Off the records»-Angaben mit einem eigenen Werkzeug unwiederbringlich vor der Einsicht durch Unbefugte schützen. Die Software hilft auch bei der Identifizierung potentiell sensibler Informationen: Sie erkennt Telefonnummern und Personenkennnummern wie zum Beispiel eine AHV-Nummer automatisch und schlägt sie zum Schwärzen vor.




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Anti-Spam-Frage Welche Farbe hatte Rotkäppchens Kappe?
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