E-Learning: Fünf folgenschwere Irrtümer

E-Learning: Fünf folgenschwere Irrtümer

9. Juli 2022 - Die Corona-Pandemie verlieh dem digitalen Lernen in Unternehmen einen ­Aufschwung. Doch die Umsetzung von erfolgreichen Lernstrategien stockt noch – fünf Irrtümer sind dabei besonders häufig zu beobachten.
Artikel erschienen in IT Magazine 2022/07
Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie puschen viele Unternehmen das digitale Lernen in ihrer Organisation. Beim Umsetzen ihrer Ideen und neuen Konzepte im E-Learning-Bereich erliegen sie jedoch oftmals fünf Irrtümern, die Frust bei allen Beteiligten erzeugen.

E-Learning-Irrtum 1: Die Inhalte der Präsenzseminare lassen sich 1:1 in den virtuellen Raum übertragen
Nicht selten hegen Unternehmen beim Umstellen ihrer Trainings- und Personalentwicklungsprogramme auf E-Learning-Formate die Illusion: Wir können unsere bisherigen Konzepte 1:1 in die digitale Welt übertragen. Vergessen Sie alle Ansätze wie «Wie können wir unser aktuelles zweitägiges Präsenz-Seminar, so wie es ist, online abbilden.» Das funktioniert nicht! Denken Sie Ihr Konzept völlig neu. Tun Sie so, als hätte es die Präsenzvariante Ihres Seminars oder Trainings nie gegeben.

Nutzen Sie das Entwickeln Ihres E-Learning-Angebots als Chance, um den erforderlichen Veränderungen beim Lernen und Lehren in der modernen Arbeitswelt Gestalt zu geben. Das heisst, überdenken Sie nicht nur Ihre Qualifizierungskonzepte, Lehr- und Lernformen, sondern auch deren zeitlichen und organisatorischen Ablauf. Checken Sie zudem, ob die Struktur und Aufbereitung der Lernmaterialien, die Formulierung der Aufgaben sowie die Kommunikation und Betreuung der Lernenden noch den künftigen Anforderungen und Rahmenbedingungen entsprechen. Das ist in der Regel nicht der Fall. Lassen Sie sich dabei aber – gerade zu Beginn der Umstellung – nicht von der rasch aufkommenden Euphorie aufgrund der vielen technischen Möglichkeiten infizieren. Handeln Sie nach dem Prinzip der kleinen Schritte. Ihr neues E-Learning-Angebot sollten Sie langsam und bewusst entwickeln und es sollte immer mit aktuell geltenden beziehungsweise vorhandenen Rahmenbedingungen in Ihrem Unternehmen korrespondieren.
E-Learning-Irrtum 2: Die Interaktion kommt im virtuellen Raum von selbst in Gang
Leider reicht es nicht, ein Forum oder einen Chat für die Kommunikation mit den Teilnehmenden und zwischen ihnen einzurichten und zu erwarten, die Interaktion komme so von allein in Gang. Diesen Prozess müssen Sie als Bildungsverantwortlicher oder Trainer aktiv steuern. Zudem sollten Sie in den Qualifizierungsangeboten auch persönlich präsent sein. Achten Sie zum Beispiel als Trainer oder Moderator in Ihren Kursen darauf, dass Sie vor allem zu deren Beginn dort sichtbar sind und kurbeln Sie die Kommunikation mit eigenen Posts an – zum Beispiel mit Fragen und eigenen Erfahrungsberichten oder durch das Einbringen passender Links. Das Signal, das bei den Teilnehmenden ankommen muss, ist: «Hier tut sich etwas! Es lohnt sich, hier aktiv zu sein!»

Wenn man auf der Lernplattform sehen kann, wer gerade online ist (wie bei vielen Social-Media-Plattformen), erleichtert dies den Teilnehmenden die Kontaktaufnahme untereinander. Stellen Sie auch gezielt Aufgaben, wie zum Beispiel in Posts Erwartungen und Lernerfahrungen publik zu machen oder zu mindestens zwei, drei Einträgen der Kollegen ein Statement abzugeben – so locken Sie die Lernenden einige Male ins Forum. Den Rest erledigt dann das positive Gefühl, dass jemand den eigenen Eintrag wahrnimmt und kommentiert. Spätestens nach zwei, drei geplanten Interventionen dieser Art laufen die Einträge in den Foren und Chats meist fast wie von selbst.
 
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