Der Sitzungsraum im Browser

Veeting Rooms
Der Sitzungsraum im Browser

Der Sitzungsraum im Browser

(Quelle: SITM)
Artikel erschienen in IT Magazine 2018/06
Seite 1
9. Juni 2018 -  Das Schweizer Unternehmen Veeting bietet eine web­basierte Kollaborationslösung an, mit der KMU wie auch grössere Firmen mit überschaubarem Aufwand virtuelle Sitzungen abhalten können.
Die heutige Arbeitswelt ist vor allem eines: sehr mobil. Der geografische Standort der Mitarbeitenden eines Unternehmens verliert zusehends an Bedeutung, denn sie greifen vermehrt über mobile Geräte auf die Unternehmensdaten zu und arbeiten immer seltener an einem festen Arbeitsplatz. Dies schränkt mitunter die Möglichkeiten der Teamarbeit ein, die in der Regel einen regen Austausch zwischen den Mitgliedern eines Teams voraussetzt. Sitzungen in einem physischen Sitzungszimmer abzuhalten, kann aber erschwert oder gar verunmöglicht werden, wenn einzelne Teilnehmer unter Umständen über mehrere Firmen­standorte, Länder oder gar Kontinente verstreut sind.

Eine mögliche Lösung dieses Problems sind Videokonferenzen, in die sich die Teilnehmer einwählen können. Video­konferenzsysteme sind allerdings oft ortsgebunden, komplex und nicht zuletzt kostspielig. Moderne Web-Standards wie WebRTC ermöglichen es heute jedoch, die Anschaffung dedizierter Hardware zu umgehen, da sowohl die Video- als auch die Audioübertragung von einem Bro­wser übernommen werden können. Ausserdem sind solche Lösungen insofern flexibel, als sie sich auch auf mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets nutzen lassen. Eine solche Kollaborationsplattform ist Veeting Rooms des Schweizer Unternehmens Veeting mit Sitz in Zürich. Die 2008 gegründete Firma hat sich auf die Entwicklung von Software-as-a-Service-­Lösungen für webbasierte Konferenzen und Online-Kollaboration spezialisiert.

Technologie und Datenschutz

Das Produkt von Veeting heisst Veeting Rooms und baut auf der Technologie WebRTC auf, die Audio- und Videoübertragungen im Browser ermöglicht, ohne dass dafür zusätzliche Software wie Flash oder Java genutzt oder installiert werden müsste. WebRTC ist zwar ein relativ ­neuer Standard, wird aber von den meisten gängigen Browsern wie Chrome, Firefox oder Opera unterstützt, ohne, dass dafür Plugins benötigt würden. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Verbindungen zwischen den Teilnehmern und den Servern von Veeting komplett verschlüsselt sind, wobei der Browser über eine mit 256 Bit TLS verschlüsselte Verbindung kommuniziert. Die Video- und Audio-Übertragungen wiederum verwenden den DTLS-­SRTP-Algorithmus für die Verschlüs­selung.

Veeting Rooms setzt bewusst nicht auf die Cloud, sondern stellt direkte Peer-­to-Peer-Verbindungen (P2P) zwischen allen Teilnehmern her, wodurch die Latenzzeiten zumindest in der Theorie besser sind, als wenn die Verbindungen über einen Server laufen würden. Der Server wird deshalb nur zu Beginn eines Meetings benötigt, um die teilnehmenden Geräte untereinander zu vernetzen. Ein weiterer Vorteil: Die Datenströme verlaufen nur zwischen den Teilnehmern, was dem Datenschutz zugutekommt. Ein Nachteil davon ist allerdings, dass Veeting mit dieser Technologie Videokonferenzen mit maximal fünf Teilnehmern anbieten kann. Bei reinen Audiokonferenzen sind es dann immerhin deren zehn. Dies hat damit zu tun, dass mehr Datenströme für die Video- und Audiodaten benötigt werden, als wenn diese über einen zentralen Server laufen würden, denn jeder Teilnehmer benötigt eine direkte Verbindung zu jedem der anderen Teilnehmer. Eine solche Lösung beansprucht daher weit mehr Bandbreite als eine Serverlösung. Problematisch wird es dann, wenn die Browser von zwei Teilnehmern keine direkte Verbindung zueinander herstellen können. In diesem Fall wird die Verbindung über einen Server von Veeting geführt. Das Unternehmen beteuert jedoch, dass es diese Datenströme nicht entschlüsselt.

Der Schutz der Kundendaten ist für solche Dienstleistungen ohnehin von zentraler Bedeutung, weshalb Veeting betont, dass keine Daten ausserhalb des Landes aufbewahrt werden und dass sich die Hosting-Partner und deren Server physisch in der Schweiz befinden, womit sie schweizerischem Datenschutzrecht unterstehen. Auf der Webseite wirbt Veeting ausserdem auch damit, den technischen Anforderungen des U.S. Health Insurance Portability and Accountability Act (HIPAA) zu genügen und daher auch für Unternehmen geeignet zu sein, die den strengen Richtlinien zum Schutz von Patienten­daten unterworfen sind.
 
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