Applikationen ohne System-Zwänge

Applikationen ohne System-Zwänge

22. Mai 2009 - In immer mehr Unternehmen trifft man heute Lösungen zur Applikationsvirtualisierung an. Infoweek erklärt, worum es geht und stellt sechs der bekanntesten Produkte vor.
Artikel erschienen in IT Magazine 2009/06

Neben der bekannten Server- und der immer häufiger anzutreffenden Desktop- existiert mit der Applikationsvirtualisierung eine weitere, bislang noch weniger bekannte Virtualisierungstechnologie, die laut diversen Studien in den kommenden Monaten und Jahren aber stark wachsen wird.


Wie der Name schon verrät, werden mit dieser Methode Benutzern Anwendungen auf virtuelle Art und Weise zur Verfügung gestellt. Das Programm läuft in einer vom restlichen System unabhängigen virtuellen Umgebung. Diese verfügt über alles, was die Programme benötigen, also auch eine virtuelle Registry oder ein virtuelles Dateisystem, damit die Applikation nicht oder nur bedingt auf das Basis-System zugreifen muss. Die Anwendungen selber kommen von einem Server, wo sie paketiert, versandt und lokal gespeichert werden beziehungsweise je nach Lösung auch direkt «on demand» gestreamt werden können. Wie das technisch abläuft, ob man auf den Rechnern einen speziellen Client braucht und viele weitere Details sind von Hersteller zu Hersteller sehr unterschiedlich. Dazu später mehr.



Was bringt die Applikationsvirtualisierung?

Die Vorteile der Applikationsvirtualisierung liegen auf der Hand. Hier ein paar: Durch die Trennung vom ordentlichen System und die wegfallende Installation können einige Komplikationen und Konflikte mit anderen Programmen ausgeschlossen werden. Die Interaktion findet jedoch trotzdem statt. Das heisst, die Anwendungen können auch einfacher getestet werden. Ebenfalls ermöglicht die virtuelle Umgebung den Einsatz von Software, die auf dem zugrundeliegenden Betriebs-system nicht mehr lauffähig ist. Quasi als Nebenprodukt der Trennung wird auch die Sicherheit gesteigert: Durch Lücken in der virtuell bereitgestellten Software gelangt Malware nur sehr schwer auf das Hauptsystem. Grosse Vorteile liegen auch in der Anwendungsbereitstellung. Innert kürzester Zeit können die Programme dank der Applikationsvirtualisierung den Benutzern zur Verfügung gestellt werden, egal wo und auf welchem Gerät.

Ob all der Vorteile gilt es aber auch ein paar Nachteile nicht zu vergessen. Einer davon wird im Zusammenhang mit Virtualisierungslösungen immer wieder genannt: Die IT-Infrastruktur wird komplexer. Das zeigt sich auch beim Support. Der wird zwar durch die einfachere Bereitstellung von Updates und Patches erleichtert, andererseits aber auch erschwert. Neu muss nämlich abgeklärt werden, ob ein Fehler eventuell aufgrund der Virtualisierung auftritt. Ausserdem muss das Lizenz-Management überarbeitet und eventuell neues Know-how in den IT-Abteilungen aufgebaut werden.

 
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