Wetterbesserung in Sicht

Wetterbesserung in Sicht

20. März 2009 - Infoweek klärt rechtzeitig auf und bringt im Cloud-Computing-Schwerpunkt als erstes einen Überblick über den Markt, die Voraussetzungen und den Stand der Dinge in der Schweiz.
Artikel erschienen in IT Magazine 2009/04

Bis Ende 2009 werden 76 Prozent aller US-Organisationen mindestens eine ihrer Geschäftsapplikationen übers Internet beziehen, hat das renommierte Marktforschungsunternehmen IDC kürzlich prophezeit. Die Wachstumsprognosen für den US-Markt in diesem Segment wurden von 36 auf 40,5 Prozent für 2009 erhöht, insbesondere weil die derzeitige Wirtschaftskrise als zusätzlicher Treiber gesehen wird. Obwohl in Europa und auch in der Schweiz die Euphorie für das Cloud-Computing-Paradigma noch nicht diese Dimensionen angenommen hat, wird die skizzierte Entwicklung auch bei uns eintreten, mit der üblichen Verspätung von zwei bis drei Jahren.


Der Betrieb von Geschäftsanwendungen ist eine komplexe und aufwendige Aufgabe geworden. Um zum Beispiel eine einfache CRM-Anwendung oder eine Collaboration-Plattform den eigenen Mitarbeitern bereitstellen zu können, werden in der Regel eine Vielzahl von zusätzlichen Softwarekomponenten benötigt. Sicherheitsaspekte wie das Backup der Daten oder der Schutz gegen unbefugten Zugriff müssen berücksichtigt bzw. die dafür nötige Infrastruktur betrieben werden. Wenn der Softwarehersteller einen neuen Release veröffentlicht, ist dieser zwar oft kostenlos, beim Kunden steht aber viel Aufwand an, um dieses Update einzuspielen und tatsächlich nutzen zu können. Um das eigentliche Kerngeschäft betreiben zu können, sind die Unternehmen also gezwungen, sehr viel Geld in die dafür benötigte Informatikinfrastruktur zu investieren. Oft ist es auch falsch, hier von Investitionen zu sprechen, denn ein beachtlicher Teil der meisten IT-Budgets versickert für Wartung und Betrieb. Und noch schlimmer, der Anteil dieser Kosten am Gesamtbudget steigt laufend.


Massiv tiefere Kosten prophezeit

Die Protagonisten des Cloud-Computing-Modells gehen nun davon aus, dass diese Wartungs- und Betriebskosten massiv gesenkt werden können, wenn die Serverinfrastruktur nicht von jedem Kunden einzeln und dezentral betrieben wird, sondern vom Cloud-Anbieter konzentriert und zentral für viele Kunden gleichzeitig vorgehalten wird. Die Skaleneffekte und die effizientere Nutzung der verfügbaren Leistung führen zu diesem Kostenvorteil. Als willkommener Nebeneffekt hat dadurch Cloud Computing auch das Potential, ökologischer zu sein als herkömmliche Inhouse-Installationen.


Voraussetzung für diese Effizienzsteigerung ist die sogenannte Multi-Tenant-Architektur, die auf allen Schichten zur Anwendung kommen soll. Dabei werden nicht für jeden Kunden separate und abgegrenzte Instanzen der benötigten Hard- und Softwarekomponenten bereitgestellt, sondern alle Kunden teilen sich die verschiedenen Komponenten nach Bedarf (siehe Grafik: Multi-Tenant-Architektur). Natürlich wird trotzdem gewährleistet, dass die eigenen Daten gegenüber den anderen Nutzern des Systems sauber getrennt sind.

Dadurch, dass alle Anwender in einer Multi-Tenant-Umgebung den- selben Code nutzen, kann ein Cloud-Anbieter mit viel weniger Aufwand regelmässig Updates für alle Kunden einspielen. Das bedeutet, dass die Nutzer einer Anwendung als Internet-Service viel früher von Innovationen profitieren können als die Kunden klassischer Inhouse-Lösungen. Kommt dazu, dass sie sich nicht um diese Updates zu kümmern brauchen; die neuen Funktionen sind einfach verfügbar.

 
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