ETH Zürich entdeckt weltweit einzigartige Zuse-Rechenmaschine

ETH Zürich entdeckt weltweit einzigartige Zuse-Rechenmaschine

Artikel erschienen in IT Magazine 2011/07

Abgekürztes Rechnen dank Verschlüsselung

Im Gespräch stellte Ernst Inauen seine sehr lehrreiche «Diplom-Arbeit vom Sommer 1962» vor, in der ein äusserst geschicktes Verfahren für die Beschleunigung des Rechenvorgangs beschrieben wird: Verschlüsselung der Binärzahlen mit 3 (Dreier-Excess-Code). Intel hat dieses bei der M9 genutzte Verfahren erst im Jahr 2000 wieder entdeckt und übernommen. Ein vorzügliches Merkmal der M9 war auch das leistungslose Schalten ohne Funkenbildung.
Die Frühzeit des automatischen Rechnens an der ETH Zürich ist eng verknüpft mit dem legendären Rechenautomaten «Zuse 4». Die Nutzung der Z4 ist auch ein Meilenstein in der europäischen Informatikgeschichte, denn 1950 war die ETH Zürich mit der Z4 die einzige Universität auf dem europäischen Festland mit einem betriebsfähigen Computer. Zudem baute Zuse im Auftrag der Schweizer Remington Rand Anfang der 1950er Jahre den Rechenlocher M9. Die fünfjährige Miete (1950–1955) der Z4 durch die ETH Zürich und der Folgeauftrag für die M9 bildeten die wirtschaftliche Grundlage für Zuses Firma.

Nur zwei Originalmaschinen aus der Frühzeit

Von den Modellen Z1 bis Z10 haben nur zwei Originalmaschinen überlebt, die Z4 und die M9 (Z9). Sie steht im Depot des Berner Museums für Kommunikation. Dass es in der Schweiz eine solche Rarität gibt, wurde erst im Zuse-Jahr 2010 bekannt. Der Rechenlocher war seit 1964 im Winterthurer Technorama, das ihn jedoch loswerden wollte. So kam die Maschine 2010 nach Bern. Erst durch langwierige Nachforschungen der ETH Zürich offenbarte sich, dass dieses Gerät weltweit der einzige noch vorhandene Zuse-Rechenlocher ist. Es gelang auch, mehrere Zeitzeugen ausfindig zu machen. Sie sind um 80 Jahre alt.
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