Kritik an neuem Verhaltenscodex

Durch den vor kurzem von den grossen Schweizer Providern unterzeichneten Verhaltenskodex zur Gewährleistung zur Netzneutralität in der Schweiz droht uns gemäss Aussagen der Digitialen Gesellschaft ein Zwei-Klassen-Internet.
10. November 2014

     

Am Freitag haben Swisscom, Sunrise, UPC Cablecom, Orange sowie der Verband Swisscable einen Verhaltenscodex zur Gewährleistung zur Netzneutralität in der Schweiz vorgestellt (Swiss IT Magazine berichtete). Dieser ist nicht überall auf Wohlwollen gestossen, im Gegenteil. Fredy Künzler, dem CEO des Providers Init7, gefällt er zum Beispiel ganz und gar nicht. "Der Kodex ist eine Nebelgrante. Mehr noch: Er ist verlogen", lässt er in einem Statement an die Medien verlauten. Gleichzeitig verweist er auf eine Medienmitteilung der Digitalen Gesellschaft, deren Inhalt er unterstützt und die man hier findet.

In dieser Medienmitteilung steht unter anderem, dass die Versprechungen der Internet-Provider mit Netzneutralität wenig zu tun haben. "So wird weiterhin eine kommerzielle Diskriminierung von Inhalte- und Dienste-Anbietern ermöglicht, ja geradezu gefordert, und man muss davon ausgehen, dass die Internet-Provider in Zukunft von den Inhalte- und Dienste-Anbietern Gebühren für eine schnellere Durchleitung verlangen werden. Wenn es den Internet-Providern in der Schweiz ernst wäre mit der Netzneutralität, dann würden ihr Verhaltenskodex solche Möglichkeiten ausschliessen."


Schliesslich befürchtet die Digitale Gesellschaft, dass das offene Internet in der Schweiz durch ein Zwei-Klassen-Internet ersetzt wird, und fordert darum umso mehr, dass die Netzneutralität in der Schweiz gesetzlich verankert wird. (mv)


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