Swiss Made Software: Sichere Schweizer Datenübertragung
Quelle: Digio

Swiss Made Software: Sichere Schweizer Datenübertragung

Die Lösung Transferly.swiss hebt sich von internationalen Daten­übertragungsdiensten durch Einfachheit und Sicherheit ab. Unternehmenskunden können die Software zudem On-Premises betreiben.

Artikel erschienen in Swiss IT Magazine 2024/04

     

Die Bequemlichkeit des Menschen ist das grösste Hindernis für IT-Sicherheit», erklärt Damien Vouillamoz, Gründer und CEO des Unternehmens Digio. Diese Hürde muss darum möglichst minimiert werden. Deshalb ist er besonders stolz auf Transferly.swiss, einen Datenübertragungsdienst «Made in Switzerland». «Wir ermöglichen sichere und einfache Datenübertragung via Internet». Doch der Weg dahin war anstrengend und begann mit der Unternehmensgründung 2016.

Im Rahmen seiner damaligen Anstellung sah Vouillamoz keine Möglichkeit, neue Ideen umzusetzen. So machte er sich selbstständig und begann zunächst allein mit Projektgeschäft im Software- und IT-Security-Umfeld. Seitdem ist Digio auf neun Mitarbeiter gewachsen. «Die haben wir alle selbst ausgebildet», erklärt Vouillamoz. So konnte er sich sein Team nach eigener Vision zusammenstellen, bevor 2022 die Arbeit an Transferly.swiss begann.


«Der Proof of Concept wurde im Rahmen einer Lehrabschlussarbeit entwickelt», erinnert sich Vouillamoz. «Als klar war, dass wir einen sicheren Datenübertragungsdienst bauen können, stellten wir ein Team zusammen und begannen auf Basis der gewonnen Erkenntnisse und performanteren Technologien neu».

End-to-End-Verschlüsselung

Im Gegensatz zu bekannten Anbietern setzt Transferly.swiss auf eine vollständige End-to-End-Verschlüsselung. «Das behaupten zwar die meisten. Erfüllen tun sie es aber nicht», weiss Vouillamoz.

Was passiert also? Will eine Person sicher Daten schicken, steuert sie die Webseite des Dienstleisters an. Dort lädt sie eine oder mehrere Files hoch, erhält einen Link und verschickt diesen an den Empfänger. Dabei wird das Datenpaket vor der Übertragung auf den Server des Dienstleisters auf dem Computer des Versenders verschlüsselt. Die Daten warten dann auf dem Server auf den Abruf durch den Empfänger, an den sie ebenfalls verschlüsselt übertragen werden.


Hier findet sich der Unterschied: Denn bei der Konkurrenz harren die Daten un- oder durch den Anbieter verschlüsselt auf ihren Abruf. Im Gegensatz dazu kann Transferly.swiss die Verschlüsselung gar nicht aufheben, erklärt Vouillamoz. «Theoretisch wäre sogar ein Hack für uns nicht schlimm, da auch wir die Daten nicht lesen können.»

Kein Cloudspeicher

Auf diese Weise wird die Sicherheit deutlich erhöht, ohne dass für den Kunden mehr Aufwand entsteht. Doch das ist noch nicht alles: Digios Ingenieure ­haben sich noch eine ganze Reihe weiterer Features ausgedacht: So ist zentral, dass Transferly.swiss nicht als Cloudspeicher gesehen wird. «Wir setzen auf Übertragung», erklärt Vouillamoz. Deshalb kann der Nutzer die Dauer, für die ein Link gilt, auf 7, 14 oder 30 Tage begrenzen, beziehungsweise auf einen einmaligen Download. Dies auch, um den verwendeten Speicherplatz zu minimieren. Die Daten sollen so schnell wie möglich wieder von den Servern gelöscht werden.

Gemäss Digio ist die Option für den einmaligen Download unter anderem für den Versand von Passwörtern beliebt. Natürlich kann jeder, der den Link hat, die Daten abrufen. Deswegen bietet das Unternehmen auf Wunsch eine Zweifaktorauthentifizierung, um die Sicherheit zu erhöhen.


Für Firmenkunden ist ausserdem die Validierung des Unternehmens möglich. «Im Transferlink bringen wir dann den Firmennamen unter». Darüber hinaus lässt sich das Produkt im eigenen Firmendesign (White Label) gestalten.

Neben dem einfachen Versand eignet sich Transferly.swiss auch für spezialisierte Anwendungen wie das Anfordern von Daten. Dies kann zum Beispiel für die Abwicklung eines Versicherungsschadens verwendet werden: Hier stellt der Versicherer eine Anforderung zusammen und listet alle Unterlagen, die der Versicherte einreichen muss. Diese Liste wird zusammen mit einem Link auf Transferly.swiss per Mail verschickt. Der Versicherte lädt via Link alle Unterlagen hoch. Das System informiert den Versicherer anschliessend über den Empfang der Daten, die dieser wieder herunterladen kann.

Privatheit für jedermann

Neben dem Anspruch an hohe Qualität, liegt Transferly.swiss auch ein gewisser ideologischer Anspruch zu Grunde: «Privatheit für jedermann ist mir ein zentrales Anliegen. Zum Beispiel sollte die Steuererklärung nicht einfach unverschlüsselt irgendwo im Internet herumliegen», erklärt Vouillamoz. Deswegen ist Transferly.swiss in der Grundversion gratis. Die Kosten lassen sich so natürlich nicht decken und das Produkt wurde für den Einsatz in anderen Szenarien weiterentwickelt. Dabei setzt das Unternehmen neben vollständiger Datenhaltung in der Schweiz via «Swiss Hosting» auf Design-Prinzipien wie Zero Trust.


Für das laufende Jahr sind weitere Features geplant, wie eine Integration ins Betriebssystem, so dass man Links einfach aus dem Dateimanager ver­schicken kann sowie Integration via API; dann kann die Lösung tief in die Unternehmensprozesse eingebunden werden. Ein Feature, das vor allem für Unternehmenskunden gedacht ist. Um diese Zielgruppe anzusprechen, wurde die Software ausserdem bewusst entwickelt, um nicht nur in der Cloud zu laufen, sondern auch bei Unternehmen selbst On-Premises. «Mit diesen Features bieten wir eine Schweizer Lösung, die sich nicht vor grossen internationalen Anbietern verstecken muss», freut sich Damien Vouillamoz.


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