App schlägt Block in die Flucht

App schlägt Block in die Flucht

App schlägt Block in die Flucht

(Quelle: Just)
Artikel erschienen in IT Magazine 2015/10
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5. Oktober 2015 -  Aussendienstmitarbeiter der Schweizer Kosmetikfirma Just nahmen 85 Jahre lang Bestellungen per Papierblock auf. Eine neue Tablet-App ändert das nun.
Seit 85 Jahren verkauft die Schweizer Firma Just Kosmetikprodukte direkt an Endkunden. Bis vor kurzem gestaltete sich die Situation so, dass die rund 200 Berater ihre zwei- bis dreitausend Kunden bewaffnet mit Stift und Block mit drei Durchschlägen besuchten. Informationen zu ihnen sammelten sie auf Karteikarten. Um zu bestimmen, welche Kunden sie am nächsten Tag besuchen, gingen sie diese Karteikarten durch, zum Beispiel nach Faktoren wie: «Hat in den letzten sechs Monaten eine Gesichtscreme gekauft». Das muss doch einfacher gehen, befanden im letzten Jahr allerdings Stimmen im Unternehmen. Und ausserdem wirkte das Auftreten mit Block und Stift nach aussen hin auch nicht so modern, wie die Traditionsfirma das gerne gehabt hätte. Die Lösung der IT-Abteilung: Eine App fürs Tablet.
Die Hauptziele dieser App waren von Beginn an klar definiert: Über sie sollten Berater künftig Bestellungen abwickeln und Informationen zu Kunden erhalten können. Dadurch sollten Berater mehr Zeit beim Kunden verbringen – und weniger mit den Karteikarten. Plus: Mit den Tablets sollte ein zeitgemässes Auftreten nach aussen hin sichergestellt sein.
Ein erster Schritt war, das Projekt bei der Geschäftsleitung im Hinblick auf das Budget durchzubringen. Hierfür errechnete IT-Leiter Michael Häfele mit seinem Team einen etwaigen Return of Investment. Sie schätzten: Mit einer App, die Filterfunktionen bietet, kann ein Berater im Schnitt eine Stunde Zeit einsparen, um Informationen zu Kunden herauszusuchen und somit zu planen, welche Kunden er besuchen sollte, um möglichst viel Umsatz zu generieren. Wenn etwa die Hälfte der Mitarbeiter wenigstens eine halbe Stunde davon tatsächlich für zwei, drei weitere Kundenbesuche nutzen, dann sollte sich das Projekt in zwei, drei Jahren rechnen. Das Argument kam bei der Geschäftsleitung an und der dringliche Wunsch der Verkaufsabteilung, modern am Markt zu erscheinen, tat ihr übriges. Das App-Projekt konnte starten.
 
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