wemf

IT Management im Plug & Play Zeitalter

IT Management im Plug & Play Zeitalter

Artikel erschienen in IT Magazine 2014/05
Seite 1
11. Mai 2014 -  Von Peter Bertschin

Aktuelle Trends wie Multi-Provider Sourcing und Cloud Computing bedeuten eine fundamentale Veränderung für das IT Management. Die Rolle der IT Abteilung verschiebt sich. Hohe Standardisierung und Automatisierung sind die wesentlichen Stellhebel. Die professionelle Service Integration und das Management der internen und externen Provider ist das zentrale Thema im Zeitalter der Cloud.
IT Management im Plug & Play Zeitalter
SIAM Framework von ISG (Quelle: ISG)
Unternehmen betrachten die IT heute als einen Service, der bedarfsgerecht Funktionalitäten und Kapazitäten bereitstellen muss. Dementsprechend ist die Anforderung an das IT Management die geforderten Services zeitgerecht zur Verfügung zu stellen und möglichst kostengünstig und nahtlos in die bestehende Landschaft zu integrieren.

Multi-Sourcing als Möglichkeit zur flexiblen Service-Beschaffung
Sourcing-Verträge der aktuellen Generation beinhalten verbrauchsorientierte Abrechnungsmodelle. Unternehmen können die vom Service-Provider abgenommenen Mengen dem variablen Kapazitätsbedarf anpassen. Die IT kann dadurch je nach Geschäftsverlauf flexibel den Mengenbezug von IT-Services ändern. Auch kurze Vertragslaufzeiten schaffen mehr Flexibilität, da zusätzliche Service-Arten leichter dem Portfolio hinzugefügt oder daraus entfernt werden können.
Multi-Sourcing, wobei mehrere kleine Verträge abgeschlossen werden, ist eine Möglichkeit, um einer mangelnden Service-Standardisierung zu begegnen. Multi-Sourcing setzt sich immer mehr durch. Dies zum einen, weil sich spezialisierte Anbieter in einem wettbewerbsintensiven Markt etabliert haben. Zum anderen, weil die Vergabe von vielen Services an einen einzigen Anbieter eine unerwünschte Abhängigkeit schaffen kann.

Neue Anforderungen an das IT Management


Multi-Sourcing führt dazu, dass das IT Management die Geschäftsstrategien stärker als bisher unterstützt, wobei die Steuerung von Services gegenüber deren Erbringung an Bedeutung gewinnt. Erfolgsentscheidend ist die stärkere Fokussierung auf die beiden Organisationsbereiche «IT Demand», der die Anforderungen des Business für die IT übersetzt und den Bereich «IT Supply», der IT-Lösungen erzeugt und bereitstellt.
Dafür ist ein organisatorisches Konzept erforderlich, dass an der Demand-Supply-Schnittstelle Strukturen für Verantwortungsbereiche sowie neue Rollen und Tätigkeiten definiert. Der Fokus liegt dabei auf dem ganzheitlichen Management von Business- und IT-Prozessen und der Entwicklung, Steuerung und Koordination von IT-Services.
Im laufenden Betrieb müssen sich die Kunden von IT-Services nicht nur um die Leistung und Abrechnung der einzelnen Provider kümmern, sondern auch um den Erhalt der Servicequalität. Dies ist umso schwieriger, je fragmentierter die Servicekette in einer Multi-Provider-Umgebung ist.
Das Demand Management erfordert eine neue Perspektive. Nachdem Ressourcen-Engpässe (wie etwa ein fester Personalstand) nicht mehr bestehen, können erweiterte Service-Kapazitäten und Budgets einem erhöhten Leistungsbedarf entgegengesetzt werden. Wenn die Demand Seite allerdings nicht effektiv gesteuert wird, kann die Kosten-/Nutzenspirale ausser Kontrolle geraten. Deshalb müssen Führungskräfte in einer Multi-Sourcing-Umgebung in der Lage sein, die Korrelation zwischen Geschäftszyklen und Leistungsabnahme zu beurteilen, um eine solide Bedarfsplanung durchführen und auf eventuelle Spitzen reagieren zu können.
 
Seite 1 von 4

Neuen Kommentar erfassen

Kommentare werden vor der Freischaltung durch die Redaktion geprüft.

Anti-Spam-Frage Wieviele Fliegen erledigte das tapfere Schneiderlein auf einen Streich?
Antwort
Name
E-Mail
SPONSOREN & PARTNER