Aufwandschätzung in agilen Projekten

Aufwandschätzung in agilen Projekten

Artikel erschienen in IT Magazine 2012/09
Seite 1
2. September 2012 -  Von Thomas Fehlmann

Die agile Software-Entwicklung macht es viel schwieriger, den Aufwand eines Projektes zuverlässig zu schätzen. Unmöglich ist es aber nicht. Es gibt dazu Methoden und Hilfsmittel. Dieser Beitrag zeigt, was möglich und was zu beachten ist.
Bei agilen Projekten arbeitet man in Teams und wird nicht von einer Anforderungsdokumentation geführt, sondern von generellen Ziel¬en, also nicht am „Wie“ sondern am „Was“. Solche Zielsetzungen sind länger gültig als in Lastenheften festgelegte Anforderungen, denn sie reden nicht von Methoden und Technik, sondern von Geschäftszielen, Umsatzzielen und strategischen Positionen.
Es ist jedoch viel schwieriger geworden, den zu erwartenden Aufwand zuverlässig zu schätzen. Dies im Unterschied zu einer Aufwandschätzung auf Basis einer herkömmlichen Anforderungsdokumentation mit gängigen Zählmethoden. Die Schätzung hängt natürlich von wesentlich mehr Faktoren ab als von Funktionalität. Kostenrelevante Anforderungen sind beispielsweise Sicherheit, Vertraulichkeit, Schnelligkeit, Verfügbarkeit.

Zuverlässige Aufwandschätzung

Ein Software-Entwicklungsprojekt ohne zuverlässige Aufwandschätzung zu starten, ist riskant. Selbst wenn man das Risiko auf den Auftragnehmer abwälzt, bleibt es doch beim Nutzer der Software: Was hilft eine halbfertige Software, weil das Budget zu früh ausgegangen ist? Auch agiles Vorgehen mit Timeboxen hilft nicht wirklich über das Problem hinweg, dass zuverlässig geschätzt werden muss, wie viele Iterationen oder Sprints nötig sind, um ein Projektbudget bereit zu stellen und Fragen wie Time-to-Market und Return on Investment zu beantworten.
Wie schätzt man also agile Projekte ab? Zwar sind die qualitativen Anforderungen gerade dadurch, dass agile Projekte über Zielsetzungen geführt werden, eher besser bekannt als in traditionellen Entwicklungsprojekten, aber es fehlen wichtige Elemente für die Kostenschätzung: der zu implementierende funktionale Umfang und die aus den qualitativen Anforderungen abzuleitenden Eigenschaften der Software („nicht-funktionale“ Anforderungen). Und beide sind oft sehr wohl kostenrelevant.
 
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