Stadt Bern prüft Microsoft- und Citrix-Ablösung

Stadt Bern prüft Microsoft- und Citrix-Ablösung

23. August 2016 -  Der Berner Stadtrat hat einen Kredit von insgesamt 843'000 Franken für eine Potenzialanalyse Open Source Software bewilligt. Dieses Projekt soll bis Ende 2017 abgeschlossen werden.
Stadt Bern prüft Microsoft- und Citrix-Ablösung
(Quelle: Stadt Bern)
Ende 2015 wurde die Berner Stadtregierung damit beauftragt im Rahmen der Erneuerung der Bürokommunikationsplattform der Stadtverwaltung eine Ablösungsstrategie von Microsoft- und Citrix-Produkten zu erarbeiten (Swiss IT Magazine berichtete). Nun ist bekannt, wie viel das Projekt Potoss (Potenzialanalyse Open Source Software) kosten wird. Insgesamt werden dafür 843'000 Franken veranschlagt, 212'000 Franken für einen Nachkredit zum Globalbudget 2016 der Informatikdienste, 458'000 Franken für das Projekt im Globalbudget 2017 sowie ein interner Aufwand der Informatikdienste von 173'000 Franken. Der Berner Stadtrat (Bild) hat dem entsprechenden Kredit an seiner letzten Sitzung mit 49 zu 18 Stimmen zugestimmt.

Mit der Erarbeitung der Potenzialanalyse sollen bis Ende 2017 mindestens folgende Zielsetzungen erreicht werden: Die Erarbeitung von möglichen Umsetzungsszenarien, das Aufzeigen der einmaligen und wiederkehrenden Kosten, des Nutzens (Mehrwert) sowie der Risiken der jeweiligen Szenarien, die Schaffung von Transparenz, indem die Szenarien mit vergleichbaren Praxisbeispielen von erfolgreich umgesetzten Vorhaben belegt werden, sowie die Schaffung einer vollständigen und umfassenden Entscheidungsgrundlage für das weitere Vorgehen ab 2018. Über die Realisierungskosten ab 2018 kann heute derweil noch keine Aussage gemacht werden. "Sie gehen aber mit Sicherheit in die Millionen", heisst es in einem Vortrag zur Potenzialanalyse Open Source Software des Gemeinderates an den Stadtrat.


Der Open Source Förderverein CH Open zeigt sich in einer Medienmitteilung sehr erfreut "über das klare, politische Signal aus der Stadt Bern." Mit der Entwicklung eines Open-Source-Arbeitsplatzes könne der städtische Informatikdienst wichtiges Know-how zur Senkung von Herstellerabhängigkeiten aufbauen, heisst es. "Zur Unterstützung dieses wichtigen Vorhabens stellt der Verein CH Open sein Netzwerk in die Open Source Communities und zu Open-Source-Dienstleistern gerne zur Verfügung." (mv)
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Kommentare

Samstag, 10. September 2016 Andreas Kuckartz
Viel Erfolg nach Bern! Die Reduzierung der Abhängigkeit von monopolistischen Anbietern wie Microsoft ist ein schwierig zu erreichendes Ziel. Dabei kann insbesondere eine gleichzeitige Migration zu Web-Standards und Web-Anwendungen helfen - solange dabei auf Server-Seite keine neuen Abhängigkeiten von proprietären Anbietern geschaffen werden. Um so wichtiger ist eine gut durchdachte langfristige Planung.

Mittwoch, 24. August 2016 Andre Hagmann
Was darf man schon verlangen, wenn sich die Politik in solche Sachfragen einmischt. Am Ende werden nur wieder Steuergelder verpuff und ein Scherbenhaufen wie es dazumal in Solothurn der Fall war. Nicht zu unterschätzen ist die Mitarbeiterzufriedenheit an den Komfort am Arbeitsplatz....daher sucht euch einen Arbeitsgeber mit einem zeitgemässen Arbeitsplatz wo es Spass macht.....

Mittwoch, 24. August 2016 Joe Müller
Zum Glück wohne ich nicht in der Stadt Bern. Als Steuerzahler dürfte bald eine unangenehme Überraschung ins Haus flattern...

Mittwoch, 24. August 2016 Bündeler
Danke, genau dies habe ich auch gedacht. Im Kanton Solothurn wurde es auch schon versucht. Nach einem Jahr hat man wieder zu Windows zurückmigriert, da die "Techniker" überhaupt nicht mit Linux etc. klarkamen und das Ganze ziemlich eskalierte. Warum kann man es nicht einfach einmal beim alten belassen? Aber wir zahlen's ja...

Dienstag, 23. August 2016 Swisskayak
Dumm nur, dass die Produktkosten nur einen minimalen Teil der IT-Betriebskosten ausmacht. Lass mich dann mal überraschen, wie hoch die Schulungskosten steigen und wie teuer die Konvertierung aller Office-Vorlagen inkl. Automatisierung und DB-Anbindung kommen.

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