Umwelt und ICT: 98 Prozent Potenzial

Umwelt und ICT: 98 Prozent Potenzial

Artikel erschienen in IT Magazine 2008/10
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23. Mai 2008 -  IT-Unternehmen werden in der Umweltdebatte zu immer wichtigeren Akteuren. Im Fokus stehen dabei Themen wie Energieeffizienz oder Hardware-Lebenszyklen. Das grösste Potenzial der Informations- und Kommunikationstechnologien liegt allerdings in ihrem umweltbewusstem Einsatz in den Wertschöpfungsketten von Unternehmen und bedingt klare Verhaltensänderungen

Gemäss aktuellen Expertenschätzungen liegt der Anteil der Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) am weltweiten CO2-Ausstoss bei 2 Prozent. Ein wichtiges Ziel ist es, ihn zu vermindern oder zumindest stabil zu halten. Gleichzeitig gilt es jedoch, das enorme Verbesserungspotenzial in den übrigen 98 Prozent zu realisieren. Denn die Emissionen der CO2-Hauptverursacher Mobilität, Gebäude (-Bau und -Betrieb), Landwirtschaft und alltäglicher Konsum können mit Hilfe von ICT deutlich reduziert werden.



Seit Jahren begleitet ICT die Gestaltung von Geschäftsprozessen – von Lieferantenbeziehungen über Produktionsprozesse bis zum Verkauf – und steigert ihren Wert erheblich. Kosten, Zeit und menschliche Arbeit werden erfolgreich optimiert. Weshalb soll durch den Einsatz von ICT nicht auch die Produktivität der eingesetzten Energie und der natürlichen Ressourcen verbessert und damit die Lebensqualität gesteigert werden?



Dieser Ansatz ist umso interessanter, als er nicht nur eine technische, sondern auch eine verhaltensbedingte Komponente umfasst. ICT berührt das Arbeitsumfeld und die Arbeitsweise jedes Einzelnen, vor allem in Bereichen wie Kommunikation, Kollaboration oder Arbeitsplatzgestaltung. Sämtliche Anspruchsgruppen einer Geschäftsbeziehung – Kunden, Partner, Mitarbeitende und Geschäftsleitung – sind involviert und damit in der Lage, eine Veränderung zum Positiven zu bewirken. Drei Beispiele zeigen, welches Potenzial in ICT und insbesondere in Softwarelösungen steckt, wenn es darum geht, die Umwelt zu entlasten.


Beispiel 1: Umweltbewusste Arbeitsweise mit Hilfe von ICT

Die Arbeitswelt verändert sich und wird durch neue Informations- und Kommunikationstechnologien massgeblich beeinflusst und gestaltet. Heutige Wissensarbeiter sind mobil, arbeiten mit individuellen Hilfsmitteln und dies oft ortsunabhängig. Sie pflegen ein breites Netzwerk, wirken in geografisch verteilten Teams und brauchen hin und wieder einen Rückzugs- und Erholungsort.



Die Flexibilität ist dank der modernen Technologien kaum begrenzt. Je stärker Menschen jedoch «ICT enabled» sind, desto mehr Verantwortung liegt auch beim Einzelnen, was den Einfluss seiner Aktivitäten auf die Umwelt betrifft. Ein grosses Potenzial zur Entlastung der Umwelt mit Hilfe von ICT findet sich in der Reduktion oder gar Vermeidung von umweltbelastenden Aktivitäten. Nicht alle Reisen und persönlichen Treffen sind zum Beispiel notwendig, wenn man sich zuvor überlegt, was eigentlich mit wem besprechen werden soll und mit welchem Ziel. Je nachdem kann eine Telefonkonferenz, eine Videokonferenz oder die Online-Zusammenarbeit zweckdienlicher sein. Der Unterschied in Sachen Umweltbelastung gemessen in CO2 ist signifikant. Er beträgt einen Bruchteil der Belastung, die ein «reales» Treffen allein durch die Anreise mit Flugzeug, Auto, Zug verursachen würde.



Letztlich kann und soll das ganze Arbeitsumfeld angepasst werden: Eine gezielte Unterstützung der wichtigsten Arbeitsszenarien mit Hilfe von ICT vermeidet nicht nur unnötige Mobilität. Auch die Verschwendung von Energie und Ressourcen wie etwa Papier lässt sich verhindern und sogar der ökologisch und ökonomisch teure Büroraum kann reduziert werden. Das Potenzial ist jedoch nur durch Verhaltensänderungen nutzbar. Denn wie so oft ist es der Mensch, der hier im Mittelpunkt steht und in die Pflicht genommen wird. Die Technologie stellt einen «Enabler» dar, den er nutzen kann.



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Kommentare

Mittwoch, 8. März 2017 Sailer
Ich möchte Ihrem Artikel zustimmen, was Hardware Lebenszyklen betrifft. Wir sind ein mittelständiges, aufstrebendes Unternehmen und haben uns auf sogenannte refurbished Hardware spezialisiert. Einerseits aus Kostengründen, andererseits haben uns bei ausgiebiger Recherche die Umweltaspekte der CO2-Einsparung und Ressourceneffizienz absolut überzeugt. Mit einer Garantie von 10 Jahren auf unsere wiederaufbereiteten Geräte kann die Green IT Solution GmbH hierfür sogar Gewähr leisten.

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