Outsourcing und der Faktor Mitarbeiter

Outsourcing und der Faktor Mitarbeiter

4. November 2012 - Von Hans-Jürg Schürch

Personalübernahmen sind fester Bestandteil der aller­meisten Outsourcing-Deals und haben mitentscheidenden Einfluss auf den Erfolg des Projekts.
Artikel erschienen in IT Magazine 2012/11
Bei Outsourcing-Deals liegt der Fokus in der Regel auf leicht messbaren Fakten und Zahlen – Volumen, Deadlines und Services. Die Übernahme von Personal bleibt dagegen oft im Hintergrund. Dabei sollten gerade die «weichen» Faktoren nicht unterschätzt werden. Denn die Ankündigung des bevorstehenden Wechsels ist für viele Betroffenen ein Schock – schliesslich wechseln sie bei betriebswirtschaftlich begründeten Transaktionen nicht freiwillig den Arbeitgeber. Insofern ist der Mitarbeiterübertritt im Outsourcing vergleichbar mit der Situation bei Unternehmensfusionen. Nachdem verschiedene Studien aufgezeigt hatten, dass bis zu 85 Prozent aller Merger- und Akquisitionsprojekte die in sie gesetzten Erwartungen nicht erfüllen, plädierten viele Experten für die stärkere Beachtung der so genannten «weichen» Faktoren. Damit wird ausgedrückt, dass neben strategischen, betriebswirtschaftlichen und juristischen Fragen auch die Bereitschaft und Fähigkeit der Mitarbeitenden zur Veränderung einen wesentlichen Erfolgsfaktor für Unternehmensprojekte dieser Art darstellen.
Auch beim Outsourcing ist statistisch erwiesen, dass 58 Prozent aller Projekte mehr Zeit und Geld kosten, als ursprünglich geplant, wobei der grösste Anteil in die Übergangsphase, die so genannte Transition, fällt. Es spricht also einiges dafür, das Personalmanagement bei einer Mitarbeiterübernahme als gleichberechtigtes Teilprojekt in den technischen Verhandlungen anzusehen. Dabei überschneiden sich die Interessen und Wünsche der zukünftigen Partner weitgehend: Dem Informatikverantwortlichen des Kunden ist es wichtig, seine Teams auch künftig gut untergebracht zu wissen. Und dem Dienstleister ist daran gelegen, vom Know-how seiner neuen Mitarbeitenden in den Belangen des Kundenunternehmens zu profitieren und diese nicht nur zu übernehmen, sondern so lange als möglich zu halten.

Gute Integration als Erfolgsfaktor

Informatikspezialisten in Kundenunternehmen verfügen in der Regel über spezifisches Branchen-Know-how, sind auf der technischen Ebene jedoch eher Generalisten. Ihre Integration beim Outsourcing-Dienstleister gestaltet sich daher häufig schwierig, denn hier ist Tiefe anstatt Breite gefragt. Die Zuordnung in den neuen Bereich und das neue Team muss mit viel Fingerspitzengefühl erfolgen. Als Vorteil wird von den neuen Mitarbeitenden empfunden, dass sie in ein professionelleres Umfeld wechseln, wo IT nicht mehr einen Kosten-, sondern einen Umsatzfaktor darstellt, und sie sich in ihrem angestammten Berufsfeld weiter qualifizieren können. Punkten können global tätige ICT-Dienstleister auch mit attraktiven Entwicklungsmöglichkeiten in ihrem weltweiten Verbund, in dem es häufig spezifische Branchen-Cluster gibt, so dass die Branchenexpertise den Grundstein für eine internationale Karriere legen kann.
 
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