Lokale versus internationale Business Software

Lokale versus internationale Business Software

Artikel erschienen in IT Magazine 2012/11
Echte Kundennähe und Kommunikation sind also äusserst wertvoll und zeigen sich etwa darin, dass die Kommunikationswege kurz sind. Man versteht sich, unter anderem deshalb, weil man erreichbar ist, die gleiche Sprache spricht und am Morgen ungefähr zur gleichen Zeit im Büro ist – Zeitverschiebung spielt keine Rolle. Dasselbe gilt auch für die angebotene Software: Regionale und lokale Gegebenheiten wie etwa Mehrwertsteuersätze, Rundungen und Zahlungsgepflogenheiten sind von Grund auf implementiert. Lokal heisst eben auch nahe beim Kunden – die Mentalität der Software entspricht der Mentalität des Nutzers. Software made in Switzerland zeigt da ihre ganz grosse Stärke. Dem entsprechenden Label Swiss Made Software gehören inzwischen rund 160 Unternehmen an, die damit punkten, dass sie ihre Programme in der Schweiz herstellen, und damit ihrer Marke wohlbekannte Schweizer Eigenschaften verleihen. Werte wie Qualität, Zuverlässigkeit und Präzision sind gerade in der Software-Entwicklung von grösster Wichtigkeit. Das ist übrigens einer der Gründe dafür, weshalb sich auch die Giganten der Software-Branche in der Schweiz niederlassen: Sowohl Google als auch IBM betreiben hierzulande Forschungsbetriebe und profitieren von den Fähigkeiten und dem Know-how lokaler Mitarbeiter. Was für die ganz Grossen gilt, passt für die kleinen und mittleren Unternehmen genauso: Es sind die lokalen Mitarbeiter, die Software-Hersteller mit örtlichem Know-how versorgen. Sie kennen die Schweiz und oft auch die Bedürfnisse und Anforderungen der potentiellen Kunden. Der Arbeitgeber wiederum kennt den verfügbaren Talent-Pool. Er weiss, worauf er bei Neuanstellungen zu achten hat.
Trotzdem schliessen sich Lokalität und Internationalität natürlich gegenseitig nicht aus. Auch ein lokaler Schweizer Anbieter kann seine Software für den internationalen Einsatz spezialisieren, wenn der Kunde das wünscht. Schliesslich gibt es unzählige Schweizer Firmen, die hier ihren Hauptsitz haben, aber internationale Geschäfte mit Niederlassungen vor Ort angehen – weil eben lokales Wissen durch Nichts zu ersetzen ist.»

Urs P. Amrein ist Marketing Manager und Partner bei Opacc Software in Kriens.

Stephan Sieber, SAP Schweiz: Statement für internationale Business Software

Lokale versus internationale Business Software
«Wer 200’000 Kunden mit Software versorgt, weiss mehr über die Bedüfrnisse seiner Kunden.» Stephan Sieber, Managing Director, SAP Schweiz (Quelle: SAP Schweiz)
«In einer globalisierten Wirtschaft kaufen Unternehmen dort ein, wo die Leistungen am besten zu ihren Bedürfnissen, Ansprüchen und Möglichkeiten passen. Das gilt auch für Software. In unserer vernetzten Welt schaut sich der rational entscheidende Unternehmer bei seiner Software-Beschaffung auf dem globalen Markt nach der besten, passendsten Software für seine Firma um – unabhängig davon, wie gross sein Unternehmen ist und welcher Branche es angehört. Der Lehre vom rational entscheidenden Individuum nach müssten daher alle Software-Anbieter dazu tendieren, auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu sein und global mithalten zu können. Dies umso mehr, als mit Software as a Service und anderen, meist Cloud-basierten Bezugsmodellen die Geografie in der Software-Beschaffung objektiv an Bedeutung verliert.
Tatsächlich sprechen viele Gründe dafür, auf international präsente, tätige und verankerte Software-Unternehmen als Lösungs- und Servicepartner zu setzen. Allein die Präsenz und Aktivität in vielen geografischen und branchenspezifischen Märkten bietet den Kunden dieser globalen Anbieter erhebliche Vorteile. Da ist zum einen die Erfahrung. Wer 200’000 Kunden mit Software versorgt und betreut, weiss erheblich mehr über Bedürfnisse, Problemstellungen und Hindernisse seiner Kunden als ein Anbieter mit 200 Installationen. Dieses Wissen fliesst in die Weiterentwicklung der Produkte ein und kommt den Firmen und Anwendern in Form von Erweiterungen und Zusatzfunktionen zugute.
Ein Handelsunternehmen in Spanien hat es grundsätzlich mit ähnlichen Abläufen und Herausforderungen zu tun wie eines in Holland oder in der Schweiz. Erkenntnisse und Erfahrungen aus Projekten in einer geografischen Region fliessen ins Lösungsangebot und in Implementationen anderer Regionen ein. Allen gemeinsam ist, dass sie vielfach Erprobtes nutzen und damit Sicherheit für den praktischen Software-Einsatz in ihrem Betrieb bekommen.

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