Ein Betriebssystem mit zwei Gesichtern

Ein Betriebssystem mit zwei Gesichtern

Artikel erschienen in IT Magazine 2011/10

Zwei Desktops in einem OS

Wer seinen Windows-8-PC nach der Installation erstmals aufstartet, wird überrascht sein. Man sieht ein Hintergrundbild, das den ganzen Desktop füllt. Was nun? Eine Frage, die man sich noch ein paar Mal stellen wird, denn die neue, für Touch-Geräte optimierte Metro-Style-Benutzeroberfläche hat so gar nichts mehr mit dem altbekannten Windows zu tun. Oft sind die Antworten jedoch sehr simpel, so auch in diesem Fall. Man muss ganz einfach das Bild nach oben schieben, darunter öffnet sich dann der Login-Screen, wo man sein Passwort eintippt und dann umgehend auf den Desktop gelangt. Hier folgt die nächste Überraschung: Er wurde völlig neu gestaltet, im von Windows Phone 7 her bekannten Metro-Stil. Was nun? Einfach mal rumklicken. Schnell wird man feststellen, dass durch einen Klick auf die Quadrate oder Rechtecke, die sogenannten Tiles, die entsprechende App öffnet, also beispielsweise der Internet Explorer. Klickt man auf eine der weniger farbigen Kacheln mit dunkelgrünem Hintergrund, passiert Wundersames: Auf einmal verschwindet die neue Metro-Oberfläche und man befindet sich im «normalen» Windows. Was ist passiert? Bei diesen Tiles handelt es sich um Verknüpfungen zu klassischen Programmen, wie zum Beispiel Word, Excel oder Photoshop, die problemlos installiert werden können, allerdings im Gegensatz zu den neuen Metro-Style-Apps nicht speziell für «Windows 8» entwickelt wurden und deshalb nur im klassischen Desktop-Design laufen.

Auf den klassischen Desktop gelangt man auch durch einen Klick auf das Tile mit der Bezeichnung «Desktop». Noch laufen dort die meisten Systemprogramme, wie der verbesserte Task-Manager oder der Explorer, der neu mit einer Ribbon-Oberfläche daher kommt. Und auch die Systemsteuerung wurde noch nicht komplett umgebaut – ein ewiges Hin und Her ist vorprogrammiert. Gut möglich allerdings, dass Microsoft vieles davon bis zur finalen Version noch ändern und der klassische Desktop damit weiter an Bedeutung verlieren wird. Ein Arbeiten ohne Metro-Desktop ist aktuell übrigens undenkbar. Es gibt auf dem klassischen Desktop nämlich kein Startmenü mehr. Ein Klick auf den Button unten links führt nur zurück auf den anderen Desktop. Will man Apps öffnen, muss man diese zuvor an die Taskleiste angepinnt oder auf den Desktop verknüpft haben, ansonsten muss man sie im Explorer suchen oder zurück auf den Metro-Desktop. Es ist übrigens möglich, die klassischen Programme sowohl im einen als auch im anderen Desktop zu «pinnen» und die Verknüpfungen an beiden Orten nach seinem Gusto anzuordnen und zu verschieben. Metro Style Apps lassen sich hingegen nur auf dem neuen Desktop starten.

Die Tücken des neuen Metro Style

Windows-Nutzer, die noch keinerlei Erfahrung mit modernen Smartphones mit Touch-Oberfläche haben, werden bei der Arbeit mit dem neuen «Windows 8» und den neuen Metro-Style-Apps zu Beginn bestimmt etwas zu kämpfen haben. Die Bedienung unterscheidet sich doch deutlich von der alt bewährten. Allerdings gewöhnt man sich, und das ist der grosse Vorteil dieser intuitiven und schlanken Oberflächen, relativ schnell daran und man möchte das System nicht mehr missen. Das war auch in unserem Test so. Allerdings muss man ein paar Tricks, ohne die man ansonsten nicht auskommt, unbedingt kennen.

Wie schliesst man beispielsweise eine offene Metro Style App und kehrt auf den Desktop zurück? Wir versuchten es anfänglich mit ALT + F4 und ESC – ohne Erfolg. Die Apps können nämlich nur über den Task Manager geschlossen werden. Auf den Desktop gelangt man durch das Fahren mit dem Mauszeiger in die linke untere Ecke zurück, wo ein Startmenu aufpoppt. Via dieses Menu kann man auch die Einstellungen der Apps verändern.

Der Wechsel zwischen mehreren, geöffneten Apps erfolgt durch eine Bewegung des Mauszeigers vom linken Bildschirmrand nach rechts. Damit öffnet sich nämlich eine Vorschau der anderen, offenen Apps. Und noch ein Tipp für alle, die wie wir zu Beginn die Navigationselemente in den verschiedenen Apps suchen: Ein Rechtsklick öffnet die ansonsten versteckten Balken am oberen oder unteren Bildschirmrand.
Überfordert sein dürfte der Windows-8-Neuling auch, wenn er seinen PC herunterfahren will. Wo befindet sich der Aus-Knopf? Ein Klick auf das Rechteck oben rechts mit dem Benutzernamen hilft nicht weiter. Erst das Aufrufen des Startmenus auf dem Desktop und ein Klick auf den Button Settings bringt einen mit «Power» bezeichneten Knopf, über den man den Rechner dann ausschalten kann. Im selben Menu versteckt sind auch die Einstelllungsmöglichkeiten für die Lautstärke, Bildschirmhelligkeit oder Netzwerke, die in Windows 7 bisher in der Symbolleiste rechts in der Taskleiste untergebracht waren.
Auf «Windows 8» laufen sowohl klassiche Programme wie Word 2010 oder Photoshop CS5 als auch speziell für das neue Betriebssystem entwickelte sogenannte Metro Style Apps. Zusammen mit der Developer Preview hat Microsoft ein paar erste Beispiele solcher Apps veröffentlicht. In der obigen Galerie sehen Sie Screenshots der Apps News, Paintplay, Stocks, Tweeterama und Weather. Dazwischen haben wir einen Screenshot der ersten Preview von Visual Studio Express 11 geschmuggelt (Bild 5), der den Unterschied zwischen klassischen und neuen Apps aufzeigen soll. (Quelle: Microsoft)
(Quelle: Microsoft)
(Quelle: Microsoft)
(Quelle: Microsoft)
(Quelle: Microsoft)
(Quelle: Microsoft)


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Anti-Spam-Frage Wieviele Fliegen erledigte das tapfere Schneiderlein auf einen Streich?
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