Nach der Entlassung: Flexibel sein und netzwerken

Nach der Entlassung: Flexibel sein und netzwerken

Artikel erschienen in IT Magazine 2009/07

Flexibilität zeigen

Ein weiterer Grund, warum es bei der Jobsuche harzt, liegt an der Unflexibilität der Suchenden selbst. So kommt es für viele Führungskräfte nicht in Frage, wieder in eine Fachfunktion in ihrem Bereich zurückzukehren. Das ist für sie unter ihrer Würde. Die Tatsache, dass gerade im Managementbereich ganze Führungsebenen ersatzlos ausradiert werden und sich damit auf dem Stellenmarkt eine grosse Zahl von Bewerbern um ein paar wenige Stellen streiten, scheinen viele schlicht zu verdrängen. Anders lässt es sich nicht erklären, dass die meisten auch jetzt wieder einen Chef-Posten ergattern möchten. Doch ein MBA allein reicht heute nicht mehr aus, wieder eine Anstellung als Führungskraft zu finden. Nebst einem guten Netzwerk und einem überdurchschnittlichen Leistungsausweis muss die Person nun auch nachweisbare Führungsqualitäten vorweisen können, welche sie womöglich schon einmal in Krisenzeiten unter Beweis gestellt hat.


Wer diese Qualifikationen nicht vorweisen kann, sollte sich sehr ernsthaft Alternativszenarien überlegen, da ansonsten womöglich eine lange Arbeitslosigkeit vorprogrammiert sein dürfte.


Finanzieller Aspekt

Flexibel gilt es auch in Bezug auf das eigene Gehalt zu sein. Findet man wieder eine neue Stelle, so kann man nicht automatisch davon ausgehen, dass man einen Lohnsprung macht.


Wer heute für eine adäquate Tätigkeit das gleiche Salär erhält, kann sich zurzeit sogar glücklich schätzen. Erfahrungen zeigen, dass sich viele Jobsuchenden am Anfang ihrer Bewerbungsphase der Illusion hingeben, dass dies auf sie nicht zutreffen würde. Je länger ihre Arbeitslosigkeit dann dauert, um so mehr begreifen sie, dass kein neuer Arbeitgeber auf ihre Lohnforderungen eingehen wird.

Diese Erkenntnis ist für viele zunächst einmal ein Schock. Nicht selten geraten sie dann in Panik und nehmen den erstbesten Job an, der ihnen angeboten wird. Doch vor solchen Schnellschüssen ist auch jetzt dringend abzuraten. Und meist wäre dies auch gar nicht notwendig, wenn der Bewerber schon von Anfang an sich und seine Fähigkeiten realistisch eingeschätzt hätte.


Es ist darum ratsam, sich gleich von Beginn der Stellensuche hinsichtlich des Salärs flexibel zu zeigen. Natürlich soll das neue Gehalt fair und marktgerecht sein. Doch nebst den monetären Aspekten sollten Bewerber sich gerade jetzt auch für ein Unternehmen entscheiden, welches ihnen ein stabiles und sicheres Umfeld bietet.


Laut neusten Statistiken werden in der Schweiz momentan jeden Tag 150 Menschen arbeitslos.


Das ist für die Betroffenen selbst oft ein herber Schlag, den viele gar als existenzbedrohend empfinden. Der Verlust des Arbeitsplatzes löst denn auch meist grosse Ängste aus. Treffen kann es jeden. Und es ist darum weiss Gott keine Schande, wenn man momentan im Zuge von Umstrukturierungsmassnahmen völlig unverschuldet plötzlich auf der Strasse landet.


Entscheidend aber ist, wie man damit umgeht: Wer sich und seine Fähigkeiten richtig einschätzt und mutig auf Bekannte und Kollegen zugeht, erhöht damit seine Chancen, bald wieder eine feste Anstellung zu haben. Und genau das ist es, worauf es am Ende ankommt.

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