Samsung Galaxy S20: Samsungs neues Flaggschiff auf Kurs

von Simon Wegmüller

Das Galaxy S20 ist da! Samsungs neueste Linie von Flaggschiff-Handys bringt eine Menge aufgefrischter Spezifikationen, Funktionen aber auch saftige Preisschilder mit sich. Doch wie in der Ankündigung von Samsung deutlich gemacht wurde, liegt der Schwerpunkt eindeutig auf der Kamera. «Swiss IT Magazine» hat sich das Basis-Modell Galaxy S20 in einem kurzen Hands-on näher angeschaut. Insgesamt gibt es nähmlich gleich drei Basis-Varianten des Geräts: Die Version Galaxy S20 (899 Franken, 999 Franken mit 5G), das etwas grössere im Grunde aber identische Geschwisterchen S20+ (999 ohne respektive 1099 Franken mit 5G) und das Ultra-Premium-Gerät Galaxy S20 Ultra 5G (1349 Franken mit 12 GB, 1549 Franken mit 16 GB RAM). Alle drei Geräte haben viel gemeinsam, einschliessich Android 10, grosse Displays, langlebige Batterien und besitzen auch eine ähnliche Ausstattung. Die S20-Serie ist aber auch die erste S-Serie von Samsung, die keinen Kopfhöreranschluss bietet. Stattdessen werden ein Adapter oder kabellose Kopfhörer benötigt. Der einzige Anschluss, den man am Handset findet, ist ein USB-C-Port.


Kamera und Displays

Neben der 5G-Kompatibiliät aller Modelle sticht derweil besonders die hohe Kameraauflösung von bis zu 108 Megapixel (Galaxy S20 Ultra, Weitwinkel) und der bis 100-fache «Space Zoom» heraus, für den beim Ultra-Modell eine optische Hybrid-Zoomfunktion mit künstlicher Intelligenz kombiniert wird, was zwar zunächst ziemlich nach PR-Sprech tönt, aber in im Internet zu findenden Videos durchaus beeindruckt. Alle Varianten sind zudem mit einem AMOLED-Screen mit 3200 x 1440 Pixel Auflösung ausgestattet, mit unterschiedlichen Diagonalen: 6,2 Zoll beim S20, 6,7 Zoll beim S20+ und 6,9 Zoll beim S20 Ultra. Die Displays sind diesmal zudem viel weniger an der Seite um das Gehäuse gekrümmt, was durchaus gefällt. Zudem besitzen alle drei Varianten ein 120-Hertz-Display, was bei der Bedienung unweigerlich auffällt. Alles fühlt sich flüssiger an – Apps und Animationen, aber auch das Scrollen im Web-Browser.

Die Kameraausstattung ist beim S20 und S20+ fast identisch. Hinten befindet sich eine Kamera mit 12-Megapixel-Weitwinkel (f1.8), 64 Megapixel Tele (f2.0) und 12-Megapixel Ultraweitwinkel (f2.2). Beim S20+ kommt noch eine Time-of-Flight Tiefenkamera hinzu. Die Punch-Hole-Selfie-Kamera (in der Mitte platziert) löst mit 10 Megapixel auf (f2.2). Beim Spitzenmodell Ultra bietet die Weitwinkelkamera 108 Megapixel Auflösung, während das Tele 48 Megapixel bietet. Auch hier gibt es eine Tiefenkamera, und die frontseitige Kamera hat eine Auflösung von 40 Megapixel.
Bemerkenswert ist die Single-Take-Funktion: Damit nimmt das Gerät mit allen Kameras gleichzeitig auf und produziert so parallell eine Vielzahl von Fotos und Videos. Daraufhin werden alle Aufnahmen gesichtet und dem Nutzer die bestgelungenen empfohlen. Sicher ein nettes Feature, ob es sich im Alltag aber bewährt, ist wohl eher Geschmackssache. Die Bilder des S20 überzeugen aber durchaus. Die Kamera liefert gestochen scharfe Bilder, und auch die etwas starke und von Samsung-Handys bekannte Farbsättigung scheint nicht mehr so stark zum Tragen zu kommen – eine willkommene Änderung. Zudem lassen sich mit allen Geräten der S20-Serie Videos in 8K-Qualität aufnehmen, auch wenn in diesem Modus keine optische Bildstabilisation verfügbar ist.


Specs, Akku & Design

Alle drei Modelle arbeiten mit Samsungs SoC Exynos 990, einem 64-Bit-Octa-Core-Prozessor. Je nach Modell sind 8, 12 oder 16 GB DDR5-RAM und 128 oder 512 GB Flash-Speicher verbaut. Die Kapazität des Akkus liegt bei 4000 (S20), 4500 (S20+) oder 5000 Milliampèrestunden (S20 Ultra). Samsung hat seine Vorzeige-Serie also recht umfassend verbessert. Was den Formfaktor betrifft, so gefällt das kleinste Modell aber am besten. Trotz seines grossen Akkus ist das Galaxy S20 erstaunlich klein und leicht geblieben und liegt somit gut in der Hand. Das S20 ist in den Farben Cosmic Gray, Cloud Pink und Cloud Blue verfügbar, das Galaxy S20+ in den Farben Cosmic Gray, Cosmic Black und Cloud Blue, das Galaxy S20 Ultra 5G in den Farben Cosmic Gray und Cosmic Black.


Oberfläche und Bedienung

Das Galaxy S20 dürft den meisten Nutzern genügen, zumal es alles bietet, was man auch als Smartphone-Enthusiast benötigt: Top Specs, Top Kamera, Top Design und auch Samsungs One UI weiss zu gefallen. Ausserdem ist das S20 am erschwinglichsten, auch wenn sich der Preis natürlich immer noch in Flaggschiff-Sphären bewegt.

Ein Ultraschall-Fingerabdrucksensor ist ebenfalls vorhanden, und zwar bei allen drei Modellen. Laut Samsung handelt es sich dabei zwar nicht um einen neuen Sensor, doch soll dieser im Vergleich zum Galaxy S10 deutliche Verbesserungen in Bezug auf Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit bieten. Im kurzen Hands-On-Test des S20 war davon allerdings nicht viel zu spüren, was aber nicht weiter ins Gewicht fällt, da sich das Smartphone damit sowieso extrem schnell entsperren lässt. In Sachen OS liefert Samsung die neueste Android-Version, wie üblich komplementiert mit One UI, hier in Version 2.1. Diese bringt Ergänzungen wie einen integrierten Bildschirm-Recorder, ein neues Layout des Quicksettings-Panels sowie eine neu gestaltete Kamera-App. Dazu kommen kleinere Änderungen am Sperrbildschirm und beim Always-on-Display. Insgesamt weiss One UI zu gefallen und bietet nette Ergänzungen. Alle Modelle sind ab dem 13. März im Schweizer Handel erhältlich


Quicktest

Das Samsung Galaxy S20 könnte für viele Menschen das erste 5G-Handy sein und besticht mit seiner 64MP-Kamera und einem 3-fachen optischen und 30-fachen digitalen Zoom. Es ist dem S10 einen grossen Schritt voraus, was sich aber auch beim Preis niederschlägt. Zudem wird es von seinen zwei grös­seren Geschwistern in vielen Belangen übertroffen: dem Galaxy S20 Plus und dem S20 Ultra. Trotzdem bietet Samsung auch mit dem Basismodell alles, was man von einem modernen Flaggschiff erwartet.

Info: Samsung

Wertung: 5 Sterne


Samsung Galaxy Z Flip

Das Galaxy Z Flip ist mit Samsungs erstem faltbarem Glasdisplay (6,7-Zoll-Diagonale) ausgerüstet. Zusammengefaltet misst es 73,6 x 87,4 x 17,3 mm und passt mit seinen gerundeten Ecken in jede Hosentasche. Das Scharnier, von Samsung Hideaway Hinge genannt, soll mit zwei Kurvenscheiben sicherstellen, dass die Faltvorgänge flüssig vonstattengehen. Aus­serdem lässt sich der Screen wie bei einem Laptop in verschiedenen Winkeln öffnen. Im aufgeklappten Modus bietet das Z Flip gewissermassen Stativqualitäten: Man stellt es hin und macht mit den rückseitigen Kameras (12 Megapixel Weitwinkel 80°, 12 Megapixel Ultraweitwinkel 123°) Foto- oder Videoaufnahmen. Der stabile Stand erleichtert insbesondere Hyperlapse-Videos, Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen und Nachtaufnahmen. Auch zugeklappt lassen sich mit der Kamera auf der Rückseite Selfies schiessen, ohne das Gerät zu öffnen. Benachrichtigungen und Statusinfos wie Zeit, Datum oder Akkustand liest man auf einem kleinen Display (1,1 Zoll) auf der Vorderseite ab. Technisch basiert das Galaxy Z Flip auf einem Snapdragon 855+, 8 GB RAM und 256 GB Flash-Speicher. Die Batterie hat eine Kapazität von 3300 Milliampère­stunden. Das Z Flip unterstützt neben WiFi 802.11ac und Bluetooth 5.0 nur LTE, ist also nicht 5G-fähig. Samsungs Galxy Z Flip war in der Schweiz bereits verfügbar, zur Zeit der Publikation aber ausverkauft. Dies sollte sich aber demnächst wieder ändern und das Falthandy wird für 1500 Franken und in den Farben Mirror Purple und Mirror Black über den Ladentischen wandern.

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