EU-Kommissarin Vestager warnt vor steigendem Energiekonsum des Internets

von Luca Cannellotto

16. Dezember 2019 - Die Vizepräsidentin der EU-Kommission, Margrethe Vestager, äussert sich kritisch zum wachsenden Energiebedarf im Zusammenhang mit der Digitalisierung. Vor allem Streaming-Dienste würden in den nächsten Jahren zu einem massiven Anstieg des Energiekonsums führen.

Margrethe Vestager, ihres Zeichens Vizepräsidentin der EU-Kommission, ist besorgt über den steigenden Energiebedarf des Internets. Sie sieht darin eine weitere Gefahr für den Klimawandel. Wie unter anderem der "Spiegel" berichtet, hat sich Vestager gegenüber der Funke Mediengruppe kritisch zu diesem spezifischen Aspekt der Digitalisierung geäussert. Vor allem Streaming-Dienste würden immer mehr Strom verbrauchen, so die dänische Politikerin: "Wenn man sich zum Beispiel Filme im Internet-Streaming ansieht, ist das sehr energieintensiv. Oder nehmen Sie die Server-Hubs, die Klimaanlagen benötigen."

Hintergrund von Vestagers Bedenken sind die Klimaziele der EU, die vorsehen, dass Europa bis 2050 klimaneutral sein soll. "Wir müssen also mit dem Green Deal Technologien entwickeln, um den Energieverbrauch zu minimieren und die Energieeffizienz zu verbessern", so die EU-Kommissarin. Schätzungen des deutschen Stromversorgers Eon gehen davon aus, dass Streamingplattformen und andere Internet-Dienste heute rund 200 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr verbrauchen. Im vergangenen Jahr hätten allein die Streamingplattformen so viel Strom verbraucht wie alle Privathaushalte in Deutschland, Italien und Polen zusammen.

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