USA, England und Australien stellen sich gegen Whatsapp-Verschlüsselung

von Matthias Wintsch

7. Oktober 2019 - Weil sie kriminelle Machenschaften ermögliche, wird die End-zu-End-Verschlüsselung von Facebook nun von Regierungsbeamten aus den USA, England und Australien angegriffen. Im Internet löst der Vorstoss kritische Reaktionen aus.

Hohe Regierungsbeamte aus den USA, England und Australien haben einen offenen Brief an Facebook veröffentlicht. Darin fordern die Beamten das Unternehmen dazu auf, die Bemühungen bezüglich End-zu-End-Verschlüsselung aufzugeben. Der Brief wurde von von US-Generalstaatsanwalt William Barr, dem amtierenden US-Heimatschutzminister Kevin McAleenan, dem britischen Innenminister Priti Patel und dem australischen Innenminister Peter Dutton unterzeichnet. Die Minister fordern von Facebook, die Verschlüsselung nicht einzuführen, um die Sicherheit der Benutzer nicht zu gefährden. So heisst es etwa: "Sicherheitsverbesserungen in der virtuellen Welt sollten uns in der physischen Welt nicht verletzlicher machen". Man will, indem man bei den Messegang-Diensten von Facebook (Whatsapp, Instagram und Facebook Messenger) theoretisch mitlesen kann, besonders die echte Welt sicherer machen. Die virtuelle Sicherheit könne nicht zulasten der Sicherheit in der realen Welt gehen, wie es weiter heisst.

Im Internet regen sich derweil viele Gegenstimmen: Edward Snowden etwa spricht von der "vielleicht grössten Privacy-Verletzung, die es jemals über Nacht gegeben habe." Weitere Stimmen machen ausserdem darauf aufmerksam, dass eine Hintertür für Behörden auch immer eine Hintertür für kriminelle Parteien sei und zwangsläufig missbraucht werden wird. Allgemein scheint die Security-Welt von der offiziellen Anfrage von Bill Burr und seinen Kollegen schockiert zu sein. Es bleibt abzuwarten, wie weit man mit dem Vorhaben kommen wird.

Der gesamte Brief der Minister ist gemeinsam mit vielen anderen kritischen Stimmen auf "Buzzfeednews" einzusehen.

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