Workstations für mehr Power

von Luca Cannellotto

30. März 2019 - Workstations sind die Arbeitstiere unter den Rechnern, verfügen über enorme Rechenleistung und werden meistens für spezielle Aufgaben eingesetzt.

Wer in seinem Arbeitsalltag nicht besonders leistungshungrige Software nutzt, kommt auch mit einem durchschnittlich potenten Rechner gut zurecht. Es gibt jedoch Aufgaben, die sich nur mit roher Rechenkraft bewältigen lassen. Dafür gibt es Workstations. "Workstations sind für anspruchsvolle Aufgaben in Konstruktion, Architektur, Wissenschaft, Medizin oder Finanzwesen ausgelegt und eignen sich daher für die Verarbeitung von grossen Datenmengen in kürzester Zeit", erklärt Christoph Wittlinger, Solution Technologist bei Lenovo Schweiz. Die Hersteller sind sich deshalb einig, dass man beim Kauf darauf achten sollte, dass die Workstation für die Anforderungen der Software optimiert und die Systemkonfiguration abgestimmt ist, so dass Anwendungen nicht durch Engpässe gebremst werden.

Annette Mägerle, CEO von Brentford, gibt zu bedenken, dass viele Software, beispielsweise im Bereich CAD, oft mit nur einem Kern des Prozessors arbeitet, weshalb es wichtig sei, einen Prozessor mit möglichst hoher Taktrate einzusetzen. Auch sollten die Geräte mit zusätzlichen Komponenten erweiterbar sein. Sebastian Seyferth, Head of Commercial BU bei Acer, ergänzt: "Neben der Leistung müssen die Konnektivität, Langlebigkeit sowie die Geräuscharmut der Workstation höchsten Ansprüchen genügen. Da es sich um langfristige Anschaffungen handelt, sollte auch die Qualität des vom Hersteller angebotenen Service in Betracht gezogen werden."

Das Marktsegment der Workstations befindet sich im Wandel. Dafür verantwortlich sind mehrere Trends. Einen davon identifiziert Stefan Nünlist, Country Category Manager Personal Systems bei HP Schweiz, in der zunehmenden Mobilität: "Workstations werden zunehmend mobil. Workstations unterstützen zudem Technologietrends. Sie stellen die nötige Rechenleistung zur Verfügung – beispielsweise für Virtual Reality." Auch für Patrick Weinmann, Field Marketing Manager, Client Solutions Switzerland & Austria bei Dell, sind mobile Workstations im Trend und sinnvoll bei kleineren Konfigurationen, welche bisher auch mit Desktop Workstations bearbeitet werden konnten. Jedoch bleibe bei komplexeren Konfigurationen, wie beispielsweise dem Einsatz von mehreren CPUs oder GPUs, die viel Arbeits- oder Festplattenspeicher benötigten, nach wie vor eine Desktop-Variante der einzige Weg. Auch Stefan Nünlist von HP glaubt, dass beide Formfaktoren eine Daseinsberechtigung haben: "Mobilität und Leistung sind immer ein Zielkonflikt. Moderne mobile Workstations sind leichter und kompakter als bisher. Sie verfügen über ein modernes Batteriemanagement und damit bessere Laufzeiten im Akku-Betrieb. Je nach den Anforderungen an Rechner- und Grafikleistung steigt aber auch der Energiebedarf. Dieser kann heute weiterhin oft nur mit Desktop Workstations abgedeckt werden. Deshalb werden beide Formfaktoren weiterhin ihre Relevanz beibehalten."

Und gerade Anwendungen in den Bereichen Machine Learning und künstliche Intelligenz setzen für die komplexen Berechnungen auf die spezialisierte Architektur von Grafikkarten. Auch deshalb sind viele Workstations für den Einsatz mehrerer GPUs ausgelegt. "Workstations für Deep Learning mit möglichst viel Grafikkartenleistung gewinnen immer mehr an Bedeutung. Workstations müssen ausserdem immer flexibler werden, da sich Anwendungsgebiete überschneiden und die Software immer mehr auch Multi-Core-Systeme unterstützt, eine hohe Taktfrequenz aber immer noch sehr wichtig ist", so Frank Schneider, technischer Leiter von Beck PC.

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