Durch Lernen zum Erfolg

30. März 2019 - Von Elisa Marti

Die rasanten technologischen Entwicklungen führen zu veränderten Kompetenzanforderungen an Arbeitnehmende. Wer seine Attraktivität im Arbeitsmarkt beibehalten will, muss sich weiterbilden und neue Qualifikationen aneignen.


Die Entwicklung neuer Technologien verlangt nach entsprechenden, oft neuen Fähigkeiten jener, die täglich mit ihnen arbeiten. Wer sich nicht weiterbildet und die notwendigen Skills aneignet, riskiert, auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr gefragt zu sein. Wie wichtig lebenslanges Lernen im ICT-Berufsfeld ist, zeigt sich unter anderem in der Arbeitslosenquote, die im ICT-Berufsfeld untypischerweise mit zunehmendem Alter steigt, wie die Studie "ICT-Fachkräftesituation: Bedarfsprognose 2026" von IWSB im Auftrag von ICT-Berufsbildung Schweiz zeigt. Die Gründe sind vielfältig, beispielsweise stimmen die mitgebrachten Fähigkeiten häufig nicht mit den ausgeschriebenen Anforderungsprofilen überein. Es sind aber gerade diese spezifischen Skills, die oft darüber entscheiden, ob jemand eingestellt wird. Aus der Studie "Arbeitsmarktfähigkeit arbeitsloser Informatiker 45+" von ICTswitzerland und dem AWA Zürich geht hervor, dass Zertifikate, welche die gefragten Kompetenzen unabhängig belegen, deutlich zur Attraktivität der Bewerbenden beitragen können. Durch die anerkannte Zertifizierung von Kompetenzen haben Absolventinnen und Absolventen in der Regel mehr Karrierechancen, mehr Lohn und mehr Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt.

Angesichts des vorherrschenden ICT-­Fachkräftemangels (bis 2026 fehlen schweizweit rund 40’000 ICT-Fachkräfte, wie die Studie "ICT-Fachkräftesituation: Bedarfsprognose 2026" zeigt) ist auch der Markt selbst darauf angewiesen, dass sich Arbeitnehmende adäquat weiterbilden und Quereinsteiger sich entsprechend umschulen lassen. Gerade im Bereich IT- und Cyber-Security ist der Bedarf an hochqualifizierten Fachkräften besonders gross. Auch Aus- und Weiterbildungen für Kaderleute im ICT-Umfeld nehmen an Bedeutung zu. ICT-Berufsbildung Schweiz entwickelt entsprechend den Bedürfnissen aus der Unternehmenswelt eidgenössische Berufsabschlüsse, die den Anforderungen des Marktes Rechnung tragen und ICT-Fachkräften attraktive Weiterbildungsmöglichkeiten bieten.


Die Vorteile von eidgenössischen Abschlüssen

Auf der Webseite www.ict-weiterbildung.ch legt ICT-Berufsbildung Schweiz die Weiterbildungs- und Zertifizierungsmöglichkeiten für ICT-Fachkräfte mit Berufserfahrung dar und zeigt die Vorteile eines eidgenössischen Abschlusses auf. Eidgenössische Prüfungen werden beispielsweise unabhängig von der Ausbildungsstätte von ICT-Berufsbildung Schweiz durchgeführt und garantieren so eine standardisierte Qualitätsbeurteilung. Die Prüfungsvorbereitung erfolgt berufsbegleitend, an einer Weiterbildungsinstitution oder im Selbststudium. Hier wird die Digitalisierung in Zukunft ganz neue Möglichkeiten für flexibles, sprich individualisiertes, orts- und zeitunabhängiges Lernen bieten.

Für Laien ist die Unterscheidung zwischen den verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten auf tertiärer Bildungsstufe oft nicht leicht, sind sich die Begrifflichkeiten doch sehr ähnlich und ihre Abkürzungen noch ähnlicher. Gerade HF (Höhere Fachschule) und FH (Fachhochschule) werden oft verwechselt. Allerdings gehört die FH zu den akademischen Hochschulen, während die HF zur Höheren Berufsbildung zählt, welche keine Maturität voraussetzt (siehe auch Marktübersicht ab S. 34). Nebst der Höheren Fachschule (HF) setzt sich die Höhere Berufsbildung aus den eidgenössischen Prüfungen, nämlich den Berufsprüfungen (eidg. Fachausweis) und den Höheren Fachprüfungen (eidg. Diplom) zusammen. Im Folgenden sind die verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten der Höheren Berufsbildung kurz erklärt.

Berufsprüfungen: Berufsprüfungen richten sich an Personen, die dank ihrer mehrjährigen Berufserfahrung bereits vertiefte berufliche Fähigkeiten besitzen und sich in ihrem Aufgabengebiet spezialisieren wollen. Den Abschluss eines eidgenössischen Fachausweises gibt es für unterschiedliche ICT-Bereiche: ICT-­Applikationsentwicklung, ICT-System- und Netzwerktechnik, Wirtschaftsinformatik und Mediamatik und ab 2020 als Cyber Security Specialist.

Höhere Fachprüfung: Die Höhere Fachprüfung weist die Fähigkeit von Absolventinnen und Absolventen aus, komplexe Informatik-Projekte zu leiten und Prozesse weiterzuentwickeln. Ihnen wird oft die Leitung von grösseren Teams und ganzen Abteilungen anvertraut. Dazu wird in der Ausbildung der Schwerpunkt auf Strategie, Innovation und Führung gelegt. Den Abschluss mit eidgenössischem Diplom gibt es als ICT-Manager und ICT Security Expert.

Höhere Fachschule: Im Unterschied zu einem Fachausweis oder einem Diplom sind die Höheren Fachschulen generalistischer ausgerichtet (inkl. Allgemeinbildung) und dienen als Grundstein der beruflichen Karriere. Sie sind kantonal geregelt, werden jedoch mit einem eidgenössisch anerkannten Diplom mit dem Zusatz HF abgeschlossen.

Die Höhere Berufsbildung zeichnet sich durch die grosse Praxisnähe und den ständigen Transfer von Gelerntem in den Berufsalltag aus. Wer für den Arbeitsmarkt attraktiv bleiben will, tut gut daran, Gelerntes zertifizieren zu lassen. Denn gerade im dynamischen ICT-Berufsfeld können eidgenössische Abschlüsse die Karrierechancen deutlich verbessern.


Die Autorin

Elisa Marti ist als Leiterin Marketing & Kommunikation für ICT-Berufsbildung Schweiz tätig. ICT-Berufsbildung Schweiz ist die nationale Organisation der Arbeitswelt (OdA) für das stark wachsende Berufsfeld der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) und Impulsgeber für das Thema ICT-Kompetenzen in der Berufsbildung. Der Verband ist zuständig für sämtliche eidgenössischen Berufsabschlüsse in der Informatik und Mediamatik und ist Prüfungsinstanz für eidgenössische Fachausweise in Applikationsentwicklung, Systemtechnik, Wirtschaftsinformatik und Mediamatik, sowie die eidgenössischen Diplome für ICT-Manager und ICT Security Expert.

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