Smartphone-Gesichtserkennung oft unsicher

von Urs Binder

9. Januar 2019 - Ein Test aus den Niederlanden zeigt Erschreckendes: Bei 38 Prozent der 110 untersuchten Smartphones lässt sich die Gesichtserkennung mit einem simplen Portraitfoto täuschen.

Entsperren per Gesichtserkennung ist bei aktuellen Smartphones en vogue. Wie schon öfter festgestellt wurde, ist die Methode jedoch nicht immer als sicher zu werten und bietet dann weniger Sicherheit als PIN-Code oder Fingerabdruck. Eine niederländische Konsumentenorganisation wollte es im Detail wissen und hat die Gesichtserkennung einer ganzen Reihe von Smartphone-Modellen untersucht. Genauer gesagt: Sie hat getestet, ob sich die Erkennungsfunktion mit einem simplen Foto des Gesichts überlisten lässt.

Das Resultat: Sage und schreibe 38 Prozent der getesteten Geräte fallen durch. Konkret konnten 42 Smartphones mit einem guten Portraitfoto des Telefonbenutzers entsperrt werden. Anfällig für den Foto-Hack sind etwa die Samsung-Modelle Galaxy A7 und A8, das P20, P20 Lite und P20 Pro von Huawei, das Nokia 31 und 7.1 sowie die Sony-Handys Experia XZ2 und XZ2 Compact. Diverse LG-Modelle und das Honor 7A sind zwar mit den Default-Einstellungen ebenfalls durchgefallen, bieten aber die Möglichkeit, die Gesichtserkennung strenger einzustellen.

Im Gegensatz dazu haben zum Beispiel die Modelle Samsung Galaxy S9 und S9+ und Galaxy Note 9 oder das Huawei Mate 20 und Mate 20 Pro den Test bestens bestanden. Immerhin umfasst die Liste der Fotohack-resistenten Smartphones mit 58 Einträgen die Mehrheit der getesteten Geräte, darunter alle neuen Apple-Modelle (iPhone XS, XS Max und XR – das iPhone X von 2017 wurde offenbar nicht getestet).

Die komplette Liste findet sich hier (Artikel auf niederländisch).

Copyright by Swiss IT Media 2019