Amazon und Microsoft buhlen um 10 Milliarden Dollar bei der US-Regierung

von Matthias Wintsch

12. November 2018 - Amazon und Microsoft buhlen um die Gunst der US-Regierung. Der Ausgang der grössten Cloud-Ausschreibung der Geschichte könnte die Cloud-Landschaft massgeblich verändern. Auch die Eröffnung von Amazons zweitem Hauptquartier könnte mit dem Deal zu tun haben.

Die Giganten Amazon und Microsoft sind im Endspurt für die Cloud-Ausschreibung des US-Militärs. Der Auftrag, Joint Enterprise Defense Infrastructure (JEDI) genannt, umfasst etwa 10 Milliarden Dollar. Wie Analysten sagen, hätte die Vergabe weitreichendere Folgen für die Rangordnung im Cloudgeschäft. Diese berichtet unter anderem "Business Insider". Ebenfalls in der Diskussion um den Deal ist Amazons neues Hauptquartier: Dieses könnte in der Nähe von Washington D.C. entstehen und als Werkzeug für mehr politischen Einfluss dienen.

Während der Auftrag an sich schon riesig ist und die Migration sämtlicher US-Militätdaten in die Cloud umfasst, zöge der Zuschlag wahrscheinlich weitere Aufträge nach sich. Für das Unternehmen, welches den Auftrag von der Regierung erhielte, wäre der Auftrag eine optimale Ausgangslage, um sich für weitere ähnliche Folgeaufträge zu positionieren. Den Umfang der anfallenden Arbeit schätzen Experten alleine bei der US-Regierung auf weitere 20 Milliarden Dollar.

Die Eröffnung eines zweiten Hauptquartiers von Amazon könnte derweil einen Einfluss auf das politische Wirken haben. Einer der diskutierten Standorte ("Swiss IT Magazine" berichtete) des neuen Amazon-Komplexes wäre die Crystal City Area, welche in der Nähe von Washington D.C. liegt. Analysten kommentierten, dass dies kaum ein Zufall wäre. Obwohl Amazon als Favorit im Rennen um den Zuschlag gilt, werden die Chancen von Microsoft ebenfalls als intakt angesehen, da das Verhältnis zwischen Amazon-CEO Bezos und US-Präsident Trump bekanntlich angespannt ist.

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