Magisches Dodekaeder

von Simon Wegmüller

1. September 2018 - Die modularen Lichtpaneele von Nanoleaf lassen sich mit einer innovativen Fernbedienung steuern.

Nanoleaf macht alles ein wenig anders: Mit den LED-Licht-Panels Aurora bietet der kanadische Hersteller eine ineinandergreifende und für die Wandmontage geeignete Beleuchtungsoption, die auf Wunsch zudem mit dem Rhythm-Kit erweitert werden kann, wodurch die Beleuchtung mittels Mikrofon die Umgebung wahrnimmt und so zum Beispiel zum Rhythmus der Musik pulsiert. Es macht also durchaus Sinn, dass, wenn die Firma eine Fernbedienung präsentiert, diese nicht so daherkommt und funktioniert, wie man es erwarten würde.

Nanoleaf wurde 2012 gegründet, und die modularen Lichtpaneele entstanden aus einer Kickstarter-Kampagne. Das Unternehmen übertraf sein Finanzierungsziel und begann mit der Herstellung der Light Panel Kits, die als Beleuchtungszubehör für Büros, Spielzimmer und andere Räume angepriesen wurden. Heute stellt das Unternehmen verschiedene Beleuchtungskits her. Die neueste verfügbare Spielerei ist allerdings eine Fernsteuerung, schlicht Remote genannt, mit der sich die Beleuchtungs-Panels auf unkonventionelle Art und Weise kontrollieren lassen.


Modulare Lichtpanels

Die modularen, dreieckigen Lichtpaneele können in jeder beliebigen Form zusammengesetzt werden und sind WiFi-fähig, so dass sie bequem via Smartphone oder Speaker gesteuert werden können. Die Montage gestaltet sich dabei simpel. Dank der mitgelieferten Befestigungsstreifen und je nach Anzahl Panels lassen sich so problemlos verschiedenste Formen an die Wand montieren. Hat man erstmals alles eingerichtet und schaltet die Panels ein, überrascht vor allem die Helligkeit. Schraubt man diese ganz nach oben, reichen die zum Test verwendeten neun Panels locker, um auch grössere Räume mit genügend Licht zu versorgen, so dass die Beleuchtung nicht nur als ­Deko oder Ambient-Licht verwendet werden kann. Zieht man in Betracht, dass bis zu 30 Panels zusammengeschaltet werden können, eröffnen sich zudem ganz neue Einsatz- und Designmöglichkeiten.


Der Ton macht die Musik

Ergänzt man die Licht-Panels mit dem Rhythm-Modul (rund 60 Franken), einem kleinen Adapter mit integriertem Mikrofon, das an eines der Panels angebracht wird, lassen sich die LED-Lichter ausserdem zum Blinken bringen – und zwar im Rhythmus der Musik.

Die Installation des Rhythm-Moduls ist denkbar einfach. Dazu steckt man es einfach direkt in einen der offenen Steckplätze an den Seiten der Aurora-Panels und wartet einige Sekunden. Danach kann mittels Nanoleaf-App aus einer Vielzahl von Rhythmus-Presets ausgewählt werden. Das Rhythm-Modul verwendet ein eingebautes Mikrofon, um Umgebungsgeräusche zu hören (alternativ gibt es auch eine 3,5-mm-­Aux-In-Buchse an der Seite). Danach übersetzt die Software von Nanoleaf alles, was das Modul hört, in Lichtveränderungen, basierend auf dem gewählten Preset. Das funktioniert ziemlich gut, vorausgesetzt, die Musik ist genügend laut aufgedreht und die Quelle ist nicht zu weit vom Mikrofon entfernt.


12-Seiten-Programm

Für weitere rund 70 Franken erhält man nun die neueste Spielerei von Nanoleaf. Dabei handelt es sich um eine Fernbedienung, allerdings nicht im klassischen Sinne. Schon die Form, nämlich ein Dodekaeder, verrät, dass einen hier etwas Besonderes erwartet. Damit lassen sich natürlich die Nanoleaf-Panels steuern, aber auch andere Homekit-taugliche Geräte können darüber kontrolliert werden. Das Ganze funktioniert im Test meist sehr gut, und nur schon der Anblick des farbig leuchtenden Körpers mit zwölf Flächen verleiht der Fernbedienung einen gewissen Coolness-­Faktor.

Der Grundgedanke hinter der Fernbedienung ist, dass jeder Seite der Fernbedienung eine eigene Szene zugeordnet werden kann. Die Seite, die mit der Nummer nach oben zeigt, entspricht der Szene, die aktiviert auf den Licht-Panels abgespielt werden soll. Im Innern der Fernbedienung finden sich ein Gyroskop, Vibrationsmotor, LED-Leuchten und das Batteriegehäuse. Für Homekit-Besitzer ist hier zudem der sichere Pairing-Code auffindbar.

Sind die Batterien leer, was im Test nach rund einem Monat noch nicht der Fall war, muss das Gehäuse geöffnet werden. Dies ist leider etwas beschwerlich, da dazu am besten ein Schraubenzieher benutzt wird, der aber im schlimmsten Fall das Gehäuse beschädigen könnte.

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