Server für KMU

von Luca Cannellotto

7. April 2018 - Trotz Cloud gibt es gute Gründe, eigene Server zu betreiben. Wir stellen neun Modelle für KMU vor.

Laut einer Studie von Gartner stiegen die Umsätze mit Servern im vierten Quartal 2017 weltweit überdurchschnittlich, so auch in der EMEA-Region. Für die Schweiz trifft dies ebenfalls zu, wie die in dieser Marktübersicht vertretenen Hersteller einhellig bestätigen. Dabei wird das Marktwachstum sowohl im Enterprise- als auch im KMU-Bereich beobachtet. Als Gründe dafür werden etwa die gute Konjunktur­lage sowie die Digitalisierung genannt, die vermehrt neue IT-Projekte hervorbringen und für eine hohe Nachfrage nach Servern sorgen würden. Aber aus welchen Gründen kaufen KMU in Zeiten der Cloud noch Server? Zum einen sind die Hersteller der Meinung, dass viele KMU die heikelsten Daten lieber im eigenen Unternehmen behalten, weshalb viele von ihnen eine hybride Cloud-Strategie anwenden würden. Ausserdem liefen längst nicht alle Applikationen in einer Cloud-Umgebung und nicht zuletzt würden auch regulatorische Gründe für den Betrieb eigener Server On-Premise sprechen.


Kauftipps

Komplexer gestaltet sich die Antwort auf die Frage, worauf KMU beim Kauf eines Servers achten sollten. Hier halten die Hersteller viele nützliche Tipps bereit, um die Entscheidungsfindung zu erleichtern. So sind sie unter anderem der Meinung, dass Kunden einen vertrauten Reseller ansprechen sollten, der zugeschnitten auf ihre Infrastruktur eine optimale und skalierbare Server-Lösung anbieten kann. Es lohne sich, Spezialisten mit einzubeziehen, die über Expertise verfügen, neue Technologien beherrschen und Trends erkennen. Auf jeden Fall müsse zuerst die Dimensionierung des Servers bezüglich Leistung und Kapazität betrachtet werden. Der Anwendungsbereich sei dabei ebenso in die Betrachtung mit einzubeziehen wie auch das für den Unterhalt benötigte Personal und die TCO-Kosten, also die Gesamtkosten des Betriebs.

KMU sollten Wert auf einen zukunftsfähigen Server legen, der heute und auch in den nächsten Jahren in der Lage ist, aktuelle und neue Technologien zu unterstützen, zum Beispiel den Einsatz unterschiedlicher Speichermedien wie HDDs, SSDs oder NVMe. Weiter sei Flexibilität im Zusammenhang mit der Netzwerkanbindung nötig, weil Technologien wie beispielsweise 25-Gb-Ethernet schon bald zum Standard gehören würden.


Support ist wichtig

Bei einer Neuanschaffung sollte ausserdem darauf geachtet werden, dass die verbauten Komponenten kompatibel sind zu entsprechenden Virtualisierungslösungen, denn es zeichne sich seit Jahren ab, dass Systeme mehr und mehr konsolidiert und virtualisiert würden. Besonders zu beachten sei bei der Ausstattung der Server auch das enorme Datenwachstum, das weiter zunehmen wird. Auf der anderen Seite gelte es aber auch, zu bedenken, dass die verbauten Komponenten in den meisten Servern grösstenteils identisch seien, weshalb die Qualität und der Preis des Supports umso wichtiger seien. Für hohe Verfügbarkeit seien Redundanz in Verbindung mit einem guten Service-Partner deshalb wichtige Kriterien. Die Kunden sollten zudem sicherstellen, dass sie sich für den richtigen Support-Level entscheiden, um ihre Investitionen zu schützen.

KMU sollten sich auch Gedanken machen über die eigene Infrastruktur. In kleineren Firmen stehe häufig kein eigentlicher IT-Raum zur Verfügung, weshalb in einem solchen Fall ein leiser Betrieb des Servers wichtig sei. Für KMU seien die Kriterien Vertrauen, Preis, Support und Produktflexibilität ausschlaggebend, weshalb alle vier Kategorien sorgsam abgewogen und in ihrer Gesamtheit betrachtet werden sollten.

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