Android Nummer 9 soll Kamera und Mikrofon für inaktive Apps sperren

von Luca Cannellotto

22. Februar 2018 - Noch hat Google Android 9 beziehungsweise P noch nicht offiziell vorgestellt, aber aus dem Code lassen sich schon neue Features herauslesen. So soll die nächste Version des Betriebssystems die Smartphone-Kamera für inaktive Apps sperren. Damit soll die Privatsphäre der Nutzer geschützt werden.

Version 9 von Googles Betriebssystem Android wurde noch nicht offiziell vorgestellt. Dennoch lassen sich aus dem Code, der Open Source ist, neue Features herauslesen. Dies hat "Xdadevelopers" getan und berichtet in einem Beitrag, dass das Betriebssystem den Zugriff auf die Kamera für inaktive Apps sperren wird. Darüber hinaus sollen inaktive Apps auch das Mikrofon nicht mehr nutzen können. So will Google offenbar die Privatsphäre der Android-Nutzer besser schützen. Ebenfalls in diese Richtung geht eine Änderung, nach der vor der Aufnahme eines Telefongesprächs das gegenüber darüber in Kenntnis gesetzt wird, was die legale Aufnahme von Gesprächen ermöglichen soll.

Des Weiteren soll Google in Zukunft App-Entwicklern nicht mehr erlauben, auf undokumentierte oder versteckte APIs zuzugreifen, was als tiefgreifende Änderung gewertet wird, weil viele Entwickler auf solche setzen würden. Auch soll Android 9 Smartphones mit mehreren und faltbaren Displays unterstützen.

Andere Änderungen dürften unter den Nutzern allerdings auf weniger Gegenliebe stossen, so zum Beispiel die Möglichkeit, dass Telekommunikationsabieter die Signalstärke in Android verschleiern können. Auch könnten diese zukünftig darüber entscheiden, wie die Signalstärke in der Statusleiste angezeigt wird. Damit könnten Telekommunikationsanbieter ihre Kunden theoretisch täuschen und es aussehen lassen, als wäre die Signalstärke grösser, als sie es in Wahrheit ist. Laut "Xdadevelopers" könnten diese Features auf Druck der Telekommunikationsanbieter implementiert worden sein.

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