Zeiterfassung bequem gemacht

von Christian Walter, swiss made software

4. November 2017 - Günstiger als die Europäer und besser als die Amerikaner. Das ist das Ziel von Timestatement, einer neuen Schweizer Software für Zeiterfassung.

Freelancer und Projektarbeiter sind gezwungen, ihre Zeitaufwendungen genau zu dokumentieren. Leider ist die dafür notwendige Software häufig irgendwo zwischen hinderlich und peinlich, meint man zumindest beim Baarer Start-up Time­statement. Grund genug, den ganzen Vorgang neu zu denken. "Wir selbst waren jahrelang im IT-Projektgeschäft tätig und haben mit verschiedenen Lösungen gearbeitet. Keine hat uns wirklich zufrieden gestellt", so Mitgründer Daniel Bernard.

Vor zwei Jahren begannen er und seine Mitgründer deswegen, die eigenen Erfahrungen in ein Produkt zu verarbeiten. Dafür aktivierten sie das eigene Netzwerk und liessen Wünsche und Anforderungen ihrer Partner von Anfang an in die Entwicklung einfliessen. Ziel war die Entwicklung einer Software, die skaliert, so einfach zu bedienen ist, dass Support nicht gebraucht wird und es dem Nutzer vor allem erlaubt, sich auf sein Tagesgeschäft zu konzentrieren.


Kein Support nötig

Der eigentlichen Entwicklung ging eine eingehende Marktanalyse voraus. "Zurzeit gibt es hier keine dominanten Global Player. Amerikanische Lösungen sind preislich attraktiv, aber meistens nicht sehr benutzerfreundlich. Viele andere sind weder das eine noch das andere", so Bernard. Timestatement ist also ambitiös. Mit dem Pricing will man unter den günstigsten sein, aber gleichzeitig mehr Features und einen besseren Workflow bieten.

Für Bernard fängt das beim Erfassen an: Mit Timestatement kann man einfach Stunden erfassen und erst später einem Projekt zuordnen. Sollte es das jeweilige Projekt noch gar nicht geben, lässt es sich direkt aus dem Workflow heraus kreieren, ohne an eine andere Stelle im Programm springen zu müssen. "Wir geben dem User jede Freiheit, seinen Gewohnheiten zu entsprechen. Das gilt auch für die Rechnungen", erklärt Bernard. Denn diese lassen sich optisch komplett nach eigenen Wünschen kreieren. "Bei vielen Lösungen gibt es ein Template mit einem Slot für das Logo. Mehr nicht", meint er weiter.

Mit Timestatement kann man sogar ein komplett nach eigenen Wünschen erstelltes Dokument oder eine Vorlage im Nachhinein noch mit einer persönlichen Nachricht an den Kunden versehen. Auch lassen sich per Klick jederzeit Zwischenberichte verschicken – und zwar mehrsprachig. Zurzeit gibt es die Lösung auf Deutsch und Englisch – Französisch, Italienisch und Spanisch sollen bald folgen. "Viele denken, Englisch reicht als Programmsprache. Die Leute schätzen es aber, in der Muttersprache arbeiten zu können", so Bernard. Dieser regionale Fokus wird auch an vielen anderen Stellen berücksichtigt. So nutzt die Software regionale Konventionen, um zum Beispiel Beträge und Masseinheiten darzustellen. Die Identifikation erfolgt automatisch über die IP-Adresse.


Regionalen Besonderheiten entsprechen

Obwohl das Unternehmen erst seit zwei Monaten offiziell am Markt ist, konnten schnell die ersten Kunden akquiriert werden. Für Bernard ist das eine Bestätigung. Ausserdem eignet sich das neue Tool gut für einen schnellen Test. "Eine Firma kann bei uns ein Projekt ohne Probleme neben ihrer bisherigen Lösung ausprobieren. Da merkt man sehr schnell, ob ein Wechsel Sinn macht."

Um das zu unterstützen, gibt es auch eine Gratisversion, bei der ein aktiver Nutzer maximal zwei Projekte gleichzeitig verwalten kann. Gleichzeitig öffnet das die Software für eine ganz andere Verwendung: Gemäss Bernard ist Timestatement zurzeit schon bei Voluntären im Einsatz, die damit ihre Freiwilligenarbeit dokumentieren. Dort werden keine Rechnungen gestellt, aber es ist wichtig, den eigenen Einsatz nachweisen zu können. "Wir unterstützen das gerne. Vielleicht tragen die Leute die Lösung dann auch in ihren Broterwerb", meint er.

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