Schweizer Jugend gegen revidiertes BÜPF

von Marcel Wüthrich

16. Juni 2016 - ICT-Berufsbildung Schweiz hat bei knapp 2000 Lernenden aus dem ICT-Bereich nachgefragt, was sie zum revidierten BÜPF meinen. 71 Prozent lehnen das Gesetz ab.

Das revidierte und vom Parlament verabschiedete Bundesgesetz betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs (BÜPF) stösst bei der Jugend auf wenig Zustimmung. ICT-Berufsbildung Schweiz im Rahmen einer Umfrage bei knapp 2000 Lernenden herausgefunden hat, sagen 71 Prozent nein oder eher nein zu dem Gesetz, das unter anderem den Einsatz von Staatstrojanern erlaubt. 59 Prozent der befragten Jugendlichen haben laut Umfrage Angst, dass die zur Untersuchung notwendige Software in die falschen Hände geraten und dann missbraucht werden könnte. Im Weiteren gewichten im Durchschnitt 48 Prozent der Befragten die Freiheit höher als staatlichen Überwachungsmöglichkeiten im ICT-Bereich. Und immerhin zwei von fünf Lehrabgängern (41 %) geben an, dem Staat nicht zu trauen, und haben Angst, dass er alle Bürgerinnen und Bürger ausspionieren könnte.

Erstaunlich und erfreulich: Nur gerade 11 Prozent der ICT-Lernenden interessieren sich nicht für das Thema. "Wie unsere Befragung zeigt, bewegt das Thema auch die Jungen. Die Beantwortung der Frage nach staatlicher Überwachung in unserer zunehmend digitalisierten Welt ist von grosser Bedeutung. Die Digitalisierung erfasst schon heute alle Arbeits- und Lebensbereiche. Ich erachte es deshalb als sinnvoll, wenn sich die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger mit diesen Fragen auseinandersetzen", sagt Jörg Aebischer, Geschäftsführer von ICT-Berufsbildung Schweiz.

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