Kanton Freiburg will Glasfaser auch in ländlichen Gebieten

von Angelica Filippi

16. September 2012 - Freiburg wagt als erster Schweizer Kanton den Vorstoss eines ganzflächigen Glasfasernetzes. Die Kosten, die der Staat dabei tragen wird, belaufen sich auf 40 Millionen Franken.

Während viele Schweizer Kantone den Ausbau eines Glasfasernetzes auf die grossen Städte beschränken, hat Freiburg als bislang einziger beschlossen, auch ländlichere Teile mit einem Glasfasernetzanschluss auszustatten, wie die "Freiburger Nachrichten" berichten. Somit lautet der Plan, den ganzen Kanton flächendeckend ans Glasfasernetz anzuschliessen. Damit das Projekt überhaupt umgesetzt werden kann, hat der Grosse Rat der Regierung die Erlaubnis gegeben, sich mit 40 Millionen Franken am Ausbau zu beteiligen. Die Beteiligungssumme setzt sich aus 5 Millionen Franken Aktienkapital und einem zinslosen Darlehen von 35 Millionen Franken zusammen.

Ein Glasfaseranschluss auf dem Land kostet mit 2650 Franken rund 1000 Franken mehr als einer in der Stadt. Damit entstehen zusätzliche Kosten von 62 Millionen Franken. Dies sei nach einer Aussage des Staatsratspräsidenten Georges Godel auch der Grund für die finanzielle Unterstützung durch den Staat. Denn da private Investoren den Gesamtbetrag nie alleine tragen würden, wäre ohne finanzielle Hilfeleistung die Erschliessung des Landes nicht realisierbar.

Zur Einrichtung eines Glasfasernetzes wird die Gesellschaft "Fibre to the Home" (FTTH) gegründet, die ihren Sitz in Freiburg haben wird. Die ersten Aktionäre hat die Gesellschaft im Staat und den Freiburger Elektrizitätsunternehmen Groupe E, Gruyère Energie und IB Murten gefunden. Swisscom hingegen wird nicht mit von der Partie sein, da mit der Beteiligung des Telcos anscheinend der Entscheid der Wettbewerbskommission anders ausgefallen wäre. Die Zusammenarbeit mit Swisscom wird zukünftig in einem separaten Vertrag geregelt.

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