Umfrage unter Personalverantwortlichen: Ältere IT-Bewerber wollen zu viel Lohn

Umfrage unter Personalverantwortlichen: Ältere IT-Bewerber wollen zu viel Lohn

Junge Firmen wollen junge ITler

Bei diesen drei Fragen (Umgang mit CVs älterer Bewerber, Altersobergrenze sowie Idealalter) zeigt sich in der Umfrage auch eine Diskrepanz zwischen Firmen, in denen tendenziell jüngere Mitarbeiter tätig sind (Firmen-Durchschnittsalter unter 40) und solchen mit Mitarbeitern von durchschnittlich über 40 Jahren. Bei «jüngeren» Firmen werden 20 Prozent der «älteren» CVs automatisch aussortiert und 48 Prozent kritischer betrachtet, während 56,5 Prozent der Firmen mit höherem Durchschnittsalter sagen, CVs von älteren IT-Bewerbern würden gleich betrachtet wie solche von jüngeren Bewerbern. Auch sagen in Firmen mit höherem Altersschnitt 39,1 Prozent, dass das Alter irrelevant ist, während dies in jüngeren Firmen nur 12 Prozent tun. Und in jüngeren Firmen werden die Altersspannen 31 bis 35 (56%), 26 bis 30 (40%) und 36 bis 40 (32%) als am idealsten gesehen, in älteren Unternehmen heisst die häufigste Antwort «36 bis 40», vor «keine Präferenz» und «41 bis 45» (30,4%).

Überraschend derweil der Vergleich von grösseren (über 50 MA) und kleineren (unter 50 MA) Firmen. Von kleineren Firmen heisst es in 57,7 Prozent der Antworten, Bewerbungen älterer Kandidaten würden gleich behandelt wie die von jüngeren Bewerbern. Bei grösseren Firmen kommt diese Antwort lediglich von 26,1 Prozent der Befragten. Dafür werden hier in mehr als einen Viertel der Fälle ältere Bewerber automatisch aussortiert, was bei kleineren Unternehmen nur in 7,2 Prozent der Fälle passiert.

Zu teuer

Auf die Frage, was gegen die Anstellung älterer Bewerber spricht, nennen satte 67,3 Prozent die hohen Lohnforderungen, gefolgt von 54,5 Prozent, die die hohen Sozialkosten ins Feld führen. Ebenfalls über die Hälfte der Befragten antwortet zudem, ältere Bewerber seien mit neuesten Technologien/Entwicklungen nicht vertraut.

Mit 30,9 Prozent deutlich weniger oft genannt wird das Argument mangelnde Motivation/Flexibilität/Fitness bei älteren Bewerbern, und jeweils 27,7 Prozent antworten, sie befürchteten bei älteren Bewerbern die mangelnde Fähigkeit, sich unterzuordnen beziehungsweise sagen aus, das Alter sei nicht mit der Unternehmenskultur vereinbar und der Bewerber passe nicht ins Team.

Das Argument «überqualifiziert», das man von älteren, arbeitslosen ICT-Spezialisten oft als vermutete Hürde für einen neuen Job vernimmt, führen lediglich 16,4 Prozent der HR-Verantwortlichen ins Feld, und genauso viele sagen, dass überhaupt nichts gegen die Anstellung älterer Bewerber spricht – erneut eine ziemliche Diskrepanz zur Einstiegsfrage, ob CVs von älteren Bewerbern gleich betrachtet würden wie diejenigen von jüngeren Kandidaten. (mw)
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