CIO-Interview: "Ich sehe viel Potential beim Thema Voice"

CIO-Interview: "Ich sehe viel Potential beim Thema Voice"

Artikel erschienen in IT Magazine 2019/03
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Nochmals zurück zum Online-Geschäft: Wie schafft man es dort, sich von den Mitbewerbern zu differenzieren, und wo liegen online Ihre grossen Herausforderungen?
Content ist hier sicherlich das ganz grosse Thema – mit Content erreicht man Differenzierung und zudem findet aktuell ein Paradigmenwechsel statt. Gab es in den letzten Jahren bei Tour Operators den Trend, immer mehr und noch mehr Hotels aufzunehmen, um möglichst alles anbieten und das Angebot mit möglichst ausgeklügelten Filtern eingrenzen zu können – was sehr aufwendig ist, vor allem bezüglich Pflege der Daten – geht der Trend aber eher wieder in eine andere Richtung: Eine kleinere Auswahl, die dem Nutzer dafür personalisiert vorgelegt wird. Das Stichwort lautet hier kuratierter Content. Für uns als Generalisten, der von einfachen Flügen über Pauschalreisen bis hin zu komplexen Individualreisen alles verkauft, ist eine der grossen Herausforderungen, das alles auf einer Plattform mit derselben Technologie abzubilden.

In Zusammenhang mit der Reisebranche spricht man nach wie vor oft vom Online-Geschäft zum einen und vom klassischen Reisebürogeschäft zum anderen. Findet diese Trennung auch Technologie- und IT-seitig statt?
Die beiden Welten verschmelzen zusehends. Früher gab es in den Reisebüros ganz klassisch interne Reisebüro-Systeme – die sogenannten Global Distribution Systeme (GDS) wie Amadeus, Galileo und Sabre – und für den Kunden die Webseiten. Heute aber nutzen die Reisebüros zunehmend dieselben Web-Interfaces wie die Endkunden, angereichert um zusätzliche Funktionalitäten. Das ist letztlich auch den Weg, den wir einschlagen wollen, denn der Unterhalt reduziert sich, auch wenn die Komplexität steigt.
Können Sie Ihre grundlegende IT-Infrastruktur ein wenig ausführen?
Die Hotelplan-Gruppe unterhält aktuell noch verschiedene Infrastruktur-Standorte auch ausserhalb der Schweiz. Ein wichtiger Standort ist dabei aber unser Hauptsitz in Glattbrugg, wo wir zwei Rechenzentren unterhalten. Die Infrastruktur-Strategie lautet aktuell, Standardisierung voranzutreiben und wo opportun, Insourcing zu betreiben. Das Ziel: Wir wollen unsere Infrastruktur vereinfachen und konsolidieren, ohne Stabilität und Flexibilität einzubüssen.

Und dann wurde jüngst ein grosses SAP-Projekt abgeschlossen, richtig?
Das ist richtig. Ende 2018 wurde die Migration von Oracle auf SAP Hana abgeschlossen, wir nutzen heute also In-Memory-Technologie. Das Projekt hat uns ein gutes Jahr beschäftigt.

Können Sie beschreiben, wie Sie das Migrationsprojekt angegangen sind?
Wir betreiben im Wesentlichen zwei Core-­Plattformen: Eine für das Ferienwohnungsgeschäft, sprich Interhome und Inter Chalet, und eine zweite für die übrigen Geschäftseinheiten. Migriert haben wir zuerst die Interhome/Inter-Chalet-Plattform, weil das Risiko bei allfälligen Schwierigkeiten mit dieser Plattform kleiner war.

Gab es Schwierigkeiten?
Nein, aber die Umstellung hatte eine fast 24-stündige Downtime zur Folge. Wir hätten auch im laufenden Betrieb umstellen können, doch dazu hätten wir die ganze Infrastruktur replizieren müssen, was zu grosse Kosten verursacht hätte. Also haben wir uns in einer Kosten-/Nutzen-­Abwägung entschieden, den Betrieb zu unterbrechen, dafür die Komplexität zu reduzieren. Wir haben unsere Kunden informiert und dann an einem Freitagabend mit der Migration begonnen, um im Laufe des folgenden Sonntagmorgens mit allen Nacharbeiten fertig zu sein.
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