39-Franken-Internet erfüllt Versprechen nur zum Teil

Yallo Home

39-Franken-Internet erfüllt Versprechen nur zum Teil

Artikel erschienen in IT Magazine 2018/04
Seite 2

Werte von 3,8 bis 67,5 Mbit/s

Testen wollten wir Yallo Home allerdings nicht wegen der Einfachheit des Routers oder des schicken Interfaces, sondern weil wir wissen wollten, wie schnell und zuverlässig man übers 4G-Netz surfen kann. Dazu haben wir die gesamte Redaktion mit dem Router nach Hause geschickt und sind so in den Besitz von Messergebnissen von insgesamt acht Standorten in der Deutschschweiz – mehrheitlich rund um den Grossraum Zürich – gekommen. Wir haben an den jeweiligen Standorten dann fünf bis fünfzehn Bandbreiten-Messungen gemacht, wobei wir den Speedtest von Ookla (www.speedtest.net) konsultiert haben. Um den Faktor WLAN-Verbindungsqualität zu eliminieren, haben wir unseren Rechner jeweils mittels LAN-Kabel an den Router gehängt. Dann haben wir den Router am Strom (das ist wichtig, später mehr dazu) in verschiedenen Zimmern der Häuser und Wohnungen aufgestellt, denn Yallo empfiehlt zur Optimierung der Surfgeschwindigkeit, verschiedene Standorte auszuprobieren und dabei die Nähe zu einem Fenster zu suchen. Und nicht zuletzt haben wir die Tests zu unterschiedlichen Tages- und Abendzeiten gefahren, denn ganz entscheidend für den Internetspeed, den man über das Mobilfunknetz erhält, ist die Zahl der Nutzer, die sich eine Mobilfunkzelle teilen.

Damit ist wohl auch zu erklären, dass wir an ein und demselben Wohnort teils völlig unterschiedliche Werte gemessen haben. In Baden sind wir um 19.00 Uhr abends beispielsweise auf einen Download-Speed von 26,4 Mbit/s gekommen, um 22.00 Uhr haben wir 91,4 Mbit/s erreicht. Baden war aber nicht der Standort, an dem wir im Schnitt die schnellste Verbindung gemessen haben. Den schnellsten Durchschnitts-Speed gab es im Test im Kanton Uri, genauer gesagt in Attinghausen, mit einem Download-Schnitt von 67,49 und einem durchschnittlichen Upload von 40,05 Mbit/s. Erwähnenswert ist sicher auch der Test in der Stadt Zürich, wo mit Yallo-Home die Upload- über der Download-Geschwindigkeit gelegen hat. Wir erklären uns das mit der Anzahl Nutzer, die "unsere" Funkzelle mitbenutzt und dabei wohl mehrheitlich Daten gesogen, nicht aber hochgeladen haben.
Festhalten muss man aber ganz klar: Dreistellige Download-Raten, wie sie Yallo mit bis zu 250 Mbit/s verspricht, haben wir nirgends erreicht. Yallo Home steht und fällt mit dem Standort, an dem man den Internetanschluss nutzen will. In unseren Büroräumlichkeiten in Thalwil am Zürichsee haben wir zum Beispiel nie mehr als 6,3 Mbit/s Download geschafft und sind im Schnitt auf 3,79 Mbit/s gekommen. Das genügt nicht.

Ebenfalls nicht mit den Yallo-Angaben überein stimmt ausserdem die Akku-Lebensdauer, die ja bis zwei Stunden betragen soll. Im Test zeigte die Akkuanzeige allerdings bereits nach 45 Minuten nur noch einen von vier Balken an und das Power-Lämpchen leuchtete warnend rot. Nach knapp einer Stunde war dann Schluss mit mobilem Surfen via Box. Wichtig zu erwähnen im Zusammenhang mit dem Akku-Betrieb ist ausserdem, dass die Bandbreite der Box auf 21 Mbit/s gedrosselt wird, um eine Überhitzung der Batterie zu vermeiden. Vollen Speed gibt es also nur am Stromnetz.

Keine Beanstandung machen wir derweil, was die Stabilität der Internet-Verbindung angeht – was früher oftmals eine Schwäche war, wenn man versuchte, sein kabelgebundenes Internet durch eine Lösung übers Mobilfunknetz zu ersetzen. Im ganzen Test kam es zu keinem Ausfall – und wir haben auch über längere Zeit Netflix via 4G genutzt.
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