Mit SSD-Stromersparnis ein ganzes Land versorgen

Mit SSD-Stromersparnis ein ganzes Land versorgen

12. Mai 2009 -  Gemäss den Marktforschern von iSuppli können Unternehmen mit dem Einsatz von Solid State Disks in ihren Rechenzentren massiv Strom sparen. In den nächsten fünf Jahren erwartet man trotz moderatem Einsatz bereits eine Energieersparnis in der Grösse des Jahresverbrauchs von ganz Gambia.

Der Einsatz von Solid State Disks (SSDs) in Rechenzentren weltweit würde deren Energieverbrauch massiv reduzieren. Das wird bereits deutlich, wenn lediglich Festplatten, die für ständige, schnelle Schreib- und Lesevorgänge gedacht sind, ersetzt werden. Hier bieten sich SSDs besonders als Alternative an und allein damit könnten von 2008 bis 2013 insgesamt über 160 000 Megawattstunden Strom eingespart werden. Das ist etwas mehr, als das Land Gambia UN-Zahlen zufolge im Jahr 2006 verbraucht hat. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Marktforschungsunternehmens iSuppli. Ein noch breiterer Einsatz der Flash-basierten Speichermedien könnte sogar ein Vielfaches dieser Einsparung bringen.

"SSDs könnten potentiell jene zehn Prozent der schnell drehenden High-End-Festplatten in Rechenzentren ersetzen, die short stroked sind. Das bedeutet, sie werden für sehr schnelle Lese- und Schreibvorgänge von Transaktionsdaten genutzt, welche die Laufwerke mit hoher Geschwindigkeit erreichen, statt als Speicher", erklärt Krishna Chander, iSuppli Senior Analyst Storage Systems. Er geht davon aus, das SSDs nur etwa die Hälfte jener 14 Watt Leistung ziehen, die gängige Festplatten mit 15 000 Umdrehungen pro Minute benötigen. Damit ist der Analyst noch vorsichtig, immerhin hat beispielsweise Intel bereits SSDs für Unternehmensanwendungen vorgestellt, die gar nur 2,4 Watt Leistung benötigen sollen.

Allein im Bereich Short-Stroked-Festplatten ergibt sich durch den Umstieg auf SSDs ein Energiesparpotential, das nach iSuppli-Schätzung von knapp sieben Megawattstunden (MWh) im Jahr auf 2008 auf 57 564 MWh im Jahr 2013 steigen wird. Über den gesamten Zeitraum summiere sich die mögliche Stromersparnis auf 166 643 MWh. "Dass SSDs Unternehmens-Rechenzentren erreichen, wird ein Segen in Sachen Energieverbrauch, wenn diese SSDs ausgewählte Short-Stroked-Festplatten in naher Zukunft ersetzen", ist Chander überzeugt. Dabei werden diese speziellen Platten im Zeitraum 2008 bis 2013 aber nur rund fünf Prozent des gesamten Festplattenmarktes ausmachen, betont iSuppli. Sofern sich SSDs auf dem Markt noch umfassender durchsetzen, wären also bis zu 20-mal höhere Einsparungen beim Stromverbrauch möglich.

(abr)
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