Bei Sunrise wird Roaming zu Standardtarifen eklatant teurer

Bei Sunrise wird Roaming zu Standardtarifen eklatant teurer

Bei Sunrise wird Roaming zu Standardtarifen eklatant teurer

(Quelle: Sunrise)
14. März 2019 -  Sunrise hat an der Preissschraube gedreht und erhöht die Standardtarife für das Roaming teils massiv. Kritikern entgegnet der Telco, die Preiserhöhung betreffe nur einen ganz kleinen Teil seiner Kunden.
Sunrise hat die Standardtarife für das Roaming im Ausland teils massiv erhöht. Wie der unabhängige Vergleichsdienst "Moneyland" in einem Beitrag schreibt, würden Sunrise-Kunden ohne Abo mit Inklusiv-Roaming und ohne Option oder Paket für das Roaming je nach Szenario für Telefongespräche und SMS im Ausland bis zu 116 Prozent mehr bezahlen als zuvor.

Das Roaming in Europa, den USA und Kanada wird dabei bis zu 40 Prozent teurer. Die Gebühr für ausgehende Anrufe erhöht sich von 1.30 Franken auf 1.75 Franken pro angefangene Minute. Das entspricht einer Preiserhöhung von 35 Prozent. Ankommende Anrufe kosten neu 1 Franken pro angefangene Gesprächsminute statt bisher 80 Rappen, was einer Preiserhöhung von 25 Prozent gleichkommt. Auch im Ausland verschickte SMS kosten laut Moneyland mehr: Statt 50 Rappen verrechnet Sunrise neu 60 Rappen, 20 Prozent mehr als bisher.

Noch härter trifft es Kunden, die Roaming in Ländern der Region 2 nutzen, darunter Australien, Albanien, Mazedonien und Thailand. Hier beträgt die Preiserhöhung bis zu 81 Prozent. In der Region 3 schliesslich, zu der Länder wie Argentinien, Kuba, die Ukraine oder Südkorea gehören, verlangt Sunrise für das Roaming zu Standardtarifen bis zu 116 Prozent mehr als bisher.
Telekom-Experte Ralf Beyeler von Moneyland findet klare Worte für die Preiserhöhung: "Die Preiserhöhung beim Roaming dürfte manche erstaunen. Gehen doch die meisten Konsumenten aufgrund der Werbebotschaften davon aus, dass die Roaming-Tarife von Schweizer Telekom-Anbietern immer günstiger werden. Bei Sunrise ist nun jedoch das Gegenteil ist der Fall: Die Tarife für Telefonate und SMS im Ausland sind gestiegen. Besonders fies: Die Standardtarife werden erhöht. Die Telefonate und SMS vieler Ferienreisenden werden immer noch im Standardtarif abgerechnet, da sich viele Kunden vor ihren Ferien nicht mit dem Thema Roaming herumschlagen möchten und deshalb keine Optionen dazu buchen."

Die Standard-Roaming-Tarife von Sunrise in Europa seien seit 2003 noch nie so teuer gewesen wie heute. Zwischen Ende 2002 und Frühling 2015 habe Sunrise für das Sprach-Roaming in Europa pro angefangene Minute 1.70 Franken verrechnet, ab Frühling 2015 waren es 1.30 Franken pro Minute, jetzt seien es 1.75 Franken pro Minute, so Beyeler. Im Vergleich dazu kostet das Roaming in der EU bei Swisscom mit fast allen Abos am wenigsten, nämlich 45 Rappen pro angefangene Minute. Sunrise ist mit 1.75 Franken fast viermal so teuer. Am teuersten ist jedoch Salt mit 1.99 Franken pro angefangene Minute, wobei in einigen wenigen Ländern wie Deutschland, Frankreich und Italien 1.79 Franken pro Minute fällig werden.

Beyeler rät Kunden deshalb, sich vor den Ferien unbedingt zu informieren und entsprechende Roaming-Pakete zu buchen, um nach dem Urlaub keine bösen Überraschungen zu erleben. (luc)
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Kommentare

Samstag, 16. März 2019 N
Wegen solcher Preispolitik habe ich Sunrise gekündigt. Auch auf laufende Verträge wird seitens Sunrise die AGB laufend zu ungunsten des Kunden geändert. Der Zusammenschluss mit UPC bedeutet für mich, dass ich nur noch 1 Anbieter konsequent meiden will.

Donnerstag, 14. März 2019 daniel werner
...womit die diskussion von wegen "kein roaming mehr" hinfällig wird. Das roaming ist existent und wird in vollem umfang ausgenützt um die kundschaft auszunehmen, es sei denn, man nimmt sich ein (überteuertes) abo, welches dann als "kein roaming" mehr verkauft wird, was ja auch nicht stimmt, denn dann bezahlt man halt regelmässig dafür. die telkos haben es perfekt raus, den kunden ungünstige lösungen vorzulegen. es ist nur noch peinlich.

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