Eine schlaue Kamera

Gadget – Huawei Mate 20 Pro
Eine schlaue Kamera

Eine schlaue Kamera

(Quelle: Huawei)
Artikel erschienen in IT Magazine 2018/11
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3. November 2018 -  Huaweis neuester Wurf beeindruckt: ein echter Anwärter auf den Smartphone-Thron.
Huawei hat ein neues Smartphone-­Flaggschiff vorgestellt: Das Mate 20 Pro. Vor allem mit massenhaft Leistung, AI-Funktionen und einer High-end-Kamera will sich Huawei mit dem Vorzeigegerät von der Konkurrenz abheben. "Swiss IT Magazine" hat das Smartphone getestet.

Raus aus der Box

Der erste Eindruck ist definitiv stimmig. Der Verpackung entspringt ein hochwertig wirkendes Gerät, gerade einmal 9,5 Millimeter dick, in ansprechendem Design. Die abgerundeten Kanten fügen sich tadellos ins Gesamtdesign des Huawei-Flaggschiffs ein. Das 6,39 Zoll grosse OLED-Panel löst mit saftigen 3120×1440 Pixel auf, sprich: in QHD mit Überlänge. Nicht nur die Auflösung, auch die Bildqualität überzeugt mit vollen Farben und guter Helligkeit. Im Notch verbirgt sich beim Pro neben der 24-MP-Kamera der Infrarot-Gesichtsscanner für die Entsperrung des Geräts, auch in der Dunkelheit. Dieser funktionierte im Test einwandfrei. Die zweite Option zum Entriegeln, der Fingerabdruckscanner, ist im Display verbaut, bis zu fünf verschiedene Fingerabdrücke können hinterlegt werden. Einen Scanner an der Rückseite oder einen Home-Button sucht man somit vergebens. Wenn man sich einmal an den ungefähren Punkt auf dem Display und den nötigen Fingerdruck gewöhnt hat, ist der Scanner zuverlässig und, wie der Test zeigte, das angenehmste und schnellste Mittel, um das Gerät zu entriegeln. Schliesslich hat man den Finger ja eh schon auf dem Display, wenn man beabsichtigt, es zu verwenden.

Noch ein letzter Punkt zur Grundausstattung selbst, bevor wir uns der Kamera widmen, die augenscheinlich das Herzstück des Gerätes ist: Auch Huawei verzichtet auf einen 3,5-Millimeter-Klinkenstecker für Audiogeräte, der Verpackung liegen jedoch sowohl Headphones mit USB-C-­Stecker wie auch ein kleiner Adapter für den Klinkenstecker auf USB-C bei. Die Vermutung liegt nahe, dass das Fehlen des Anschlusses neben dem Platzproblem der IP68-Zertifizierung des Gehäuses geschuldet ist. Tatsächlich soll das Mate 20, so der Hersteller, über eine Stunde lang bis 1,5 Meter tief tauchen können, ohne Schaden zu ­nehmen.

Ist es ein Kochfeld? Nein.

Der Blickfang des Mate 20 Pro, die Kamera in quadratischer Kochfeld-Optik, dürfte ein triftiger Kaufgrund für manchen Benutzer sein: Mit einer Dreifach-­Kamera von Leica packt Huawei viel Optik in die Geräterückseite. Diese besteht aus einem Weitwinkelobjektiv mit 40 MP, einem Ultraweitwinkelobjektiv mit 20 MP sowie einem Teleobjektiv mit 8 MP. So unterstützt die Kamera verschiedenste Anwendungsszenarien von Ultraweitwinkel- bis hin zu Makroaufnahmen mit 2,5 Zentimeter Abstand zum Sujet.

Bei der Bildaufnahme kommen die AI-­Features des Mate 20 Pro zum Tragen: Die Dreifachkamera kann dank künstlicher Intelligenz Menschen erkennen, diese farblich hervorheben oder bei Filmaufnahmen ein bewegtes Objekt fixieren und dieses in der gesamten Szene scharf aufnehmen. Auch zerlegt die künstliche Intelligenz aufgenommene Bilder in mehrere Ebenen und setzt diese zu einem scharfen, gut ausgeleuchteten Bild zusammen. Bei Aufnahmen unter widrigen Lichtverhältnissen wird man dabei aufgefordert, das Gerät kurz ruhig zu halten. Ein Stativ ist aber nicht nötig, auch das natürliche Ruckeln der Hand wird von der Software ausgebügelt.

Die Ergebnisse sind beeindruckend: Fotos bei Kerzen- oder Strassenlaternen-­Beleuchtung sind dank Schwerstarbeit des Chips mit der Linse ebenso möglich, wie scharfe, bewegte Videos – AI sei Dank. Die Kamera spielt wahrlich in der obersten Liga und schiesst mit Leichtigkeit beeindruckende Bilder in allen möglichen Situationen, auch unter ungünstigen Lichtverhältnissen.
 
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