iPhone XS getestet: Ein Quantensprüngchen

iPhone XS getestet: Ein Quantensprüngchen

iPhone XS getestet: Ein Quantensprüngchen

(Quelle: Apple)
26. September 2018 -  Seit einigen Tagen sind die neuen iPhones in der Schweiz erhältlich. "Swiss IT Magazine" hat ein iPhone XS zum Testen erhalten, und damit sein bisheriges iPhone 8 ersetzt. Hier die gemachten Erfahrungen.
Das Problem eines jeden iPhone-Tests der letzten Jahre: Die Verbesserungen lagen oft im Detail, mussten mit der Lupe gesucht werden, und eine Kaufempfehlung war immer schwierig abzugeben, stellte sich doch die Frage, ob sich der relativ hohe Preis für die eher marginalen Verbesserungen denn auch rechtfertigt. Für diesen Test nun haben wir vom "normalen", sprich kleinen iPhone 8 zum iPhone XS migriert. Wir haben damit nicht wirklich eine Generation, allerdings eine wichtige Zwischenstufe der iPhone-Evolution ausgelassen, das iPhone X, das Apple vor Jahresfrist zusammen mit dem iPhone 8 vorgestellt hat und schon damals erklärte, damit den Weg zu zeigen, den das iPhone künftig gehen wird. Apple hat Wort gehalten – das iPhone X ist Modell gestanden für die neue iPhone-Generation, die aus dem iPhone XS, dem iPhone XS Max und demiPhone XR besteht – zu Letzteren beiden mehr im Kasten.

Bevor wir mit unseren Testerfahrungen zum iPhone XS beginnen, ein paar Worte zum iPhone X, dem Wegbereiter der aktuellsten Generation. Dieses unterscheidet sich laut Drittberichten höchstens marginal von den neuen Geräten, man muss also schon ein ziemlicher Apple-Fanboy sein, um sich als iPhone-X-Besitzer ein XS zuzulegen. Im Alltag tatsächlich spürbare Verbesserungen gibt es offenbar primär bei der Kamera und der Geschwindigkeit der Gesichtsentsperrung, ansonsten sollen die Verbesserungen vor allem auf dem Datenblatt stattgefunden haben, so zumindest der Tenor der Plattformen, die beide optisch identischen Telefone verglichen haben.

Bedingt dadurch, dass wir quasi eine Halbgeneration – eben das iPhone X – ausgelassen haben, ist der Wechsel aufs neue iPhone schon fast ein Quantensprung – ein Quantensprüngchen sozusagen.

Im Dunkeln ist gut Entsperren

Die iPhones XS Max und XR
Wie es die letzten Jahre schon grössere Plus-Versionen des iPhone 7 beziehungsweise 8 gab, gibt es zum iPhone XS das XS Max (ab 1299 Franken). Dieses unterscheidet sich vom kleineren Bruder allerdings nur bei der Displaygrösse (6,5 Zoll) und beim Akku, der beim grösseren Gerät – bedingt durch ebendiese Grösse – etwas grösser ist beziehungsweise sein muss. Ab dem 26. Oktober wird Apple zusätzlich zu den beiden iPhone XS und XS Max auch das iPhone XR verkaufen – das im Ansatz an das farbige iPhone 5C von 2013 erinnert. Das iPhone XR erscheint in insgesamt sechs Farben und zu einem tieferen Preispunkt als die XS-Modelle – es wird ab 879 Franken verkauft. Dafür gibt es ein 6,1-Zoll-LC-Display anstelle des 5,8- oder 6,5-Zoll-OLED der XS-Telefone, Abstriche muss man zudem bei der Kamera machen, die lediglich aus einer Linse besteht, doch auch die bietet im Portrait-Modus einen Bokeh-Effekt. Und auch sonst liegen die Unterschiede ersten Tests zufolge im Detail, und für preisbewusstere Kunden ist das iPhone XR mehr als nur eine prüfenswerte Alternative.
Die Unterschiede beginnen bei der Bauweise und mit dem praktisch flächendeckenden Display, dank dem die Displaygrösse von 4,7 auf 5,8 Zoll wächst, ohne dass das Telefon merklich grösser wird. Und sie setzen sich fort beim ersten Einschalten: Die Darstellung des OLED-Displays eines iPhone XS ist merklich besser als diejenige des (durchaus guten) LCD des iPhone 8, das im Direktvergleich fast schon etwas milchig wirkt. Ein wesentlicher Unterschied ist auch der fehlende Home-Button, der durch Wischgesten ersetzt wird. Aller Skepsis zum Trotz gelingt diese Umstellung erstaunlich schnell und geht intuitiv von der Hand.

Mit dem Verschwinden des Home-Buttons verzichtet Apple auch auf den Fingerprint-Scanner – verbaut diesen also im Gegensatz zu Android-Mitbewerbern nicht auf der Rückseite. Stattdessen wurde eine Gesichtserkennung integriert, die sich gewaschen hat – sie ist beim iPhone XS blitzschnell, so dass man praktisch nicht mehr merkt, dass das Telefon überhaupt mal gesperrt war – und sie funktioniert im Gegensatz beispielsweise zur Gesichtsentsperrung beim Huawei P20 auch bei absoluter Dunkelheit – Infrarotlicht sei Dank. Prädikat: Top. Cool übrigens auch, dass die Gesichtserkennung für Apps, etwa für das Einsetzen von Passwörtern, benutzt werden kann. Einziges Gesichtserkennungs-Manko: Während man beim Fingerprint-Scanner mehrere Finger hinterlegen konnte – auch solche einer «fremden» Hand –, erkennt Face ID nur noch ein Gesicht. Wollen Partnerin oder Kinder also Fotos anschauen, muss man sein Gesicht hergeben oder seinen PIN-Code diktieren. Etwas schade ausserdem, dass Inhalte auch nach dem Entsperren erst nach einem Wisch nach oben angezeigt werden.
 
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