Informatik schafft es in neuen Lehrplan
Quelle: IBM Schweiz

Informatik schafft es in neuen Lehrplan

Freude herrscht: Im Ende letzte Woche von der Deutschschweizer Erziehungsdirektoren-Konferenz verabschiedeten neuen Lehrplan 21 ist die Informatik ein fixer Bestandteil.
10. November 2014

     

Der Lehrplan 21 ist zur Einführung freigegeben. Und ganz zur Freude der Schweizer ICT-Branche findet sich darin das Modul "Medien und Informatik". Laut ICTswitzerland, der Dachorganisation der Schweizer ICT-Verbände, wurde damit die Bedeutung der Informatik als wichtiger Bestandteil der Grundausbildung erkannt, was man sehr begrüsst. Gleichzeitig fordert man jedoch bereits alle Kantone auf, dies bei der Umsetzung der kantonalen Lehrpläne auch zu berücksichtigen.

"Informatik in der Volksschule, das ist ein Meilenstein für die Schweizer Bildungslandschaft", meint Alain Gut (Bild), Präsident der Kommission Bildung bei ICTswitzerland. Grundlegende Informatik-Kompetenzen sind heute seiner Meinung nach ein wichtiger Bestandteil der Allgemeinbildung. Sie seien in der Arbeitswelt praktisch unverzichtbar, denn fast jeder Beruf erfordere eine kompetente Anwendung von Informations- und Kommunikationstechniken, so Gut.


Weitere Informationen zum neuen Modul "Medien und Informatik" gibt es auf der Website des Lehrplan 21, wobei für die Informatik folgende Ziele definiert wurden: Schülerinnen und Schüler verstehen Grundkonzepte der automatisierten Informationsverarbeitung, nutzen sie zur Entwicklung von Lösungsstrategien in allen Lebensbereichen und zum Verständnis der Informationsgesellschaft. (mv)


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Kommentare
Noch nicht alles auf der Welt - und im Besonderen in der Schweiz - ist Informatik und dies zum Glück! Wie bei uns früher ist auch bei den Kindern von heute ein gesunder Mix im Unterricht das, was die Lernfähigkeit und den Lernwillen anstachelt und auch anhalten lässt. "Nur" Mathematik, Geometrie, Physik, Chemie und eben Informatik wird rasch langweilig. Mindestens eine zweite Sprache (so sehr ich diese früher auch hasste...) und musische und auch sportliche Fächer geben einen sehr guten Ausgleich im Schulalltag! Letztlich bringt der bestens ausgebildete Informatiker oder die erfahrenste Informatikerin nichts, wenn sie sich nur in deutscher Sprache mit Franzosen, Engländern, Italiener und anderen Erdenbürger unterhalten will... ...der gesunde Mix machts aus, dass wir in der IT auch in Zukunft noch Fachkräfte aus dem eigenen Land in der Arbeitswelt finden!
Mittwoch, 12. November 2014, Sepp Moser

Für mich ist nicht ganz klar für welche Stufen der neue Lehrplan ist. Meiner Erfahrung nach wird es tatsächlich schwierig werden diesen Lehrplan umzusetzen weil die Fähigkeiten der SuS sehr unterschiedlich sind. In einem Naturwiss. Gymi wird zum Beispiel viel mit Java gemacht und Aufgabenstellungen vorderhand mit Beispielen erörtert. Das ist aber nicht nur ein "sich berieseln lassen" sondern die SuS sind aktiv gefordert. Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen: Ich bezweifle das dies in einer Sek B / C ähnlich funktionieren kann.
Mittwoch, 12. November 2014, Kinda

Aus eigener Erfahrung kann ich nach zwei Jahren Unterrichtstätigkeit im Fach Informatik sagen, dass viele Junge glauben, sie hätten Kenntnisse. Leider musste ich feststellen, dass diese Kenntnisse oft darauf beschränkt sind, www.google.ch einzutippen und einen Post auf facebook zu stellen. Dann ist fertig. Ich denke in der effektiven Nutzung der Systeme, sei es für Recherche oder einfach um einen Brief effizient zu schreiben und zu gestalten, ist ganz sicher noch Bedarf. Ebenso in der ganzen Sicherheitsthematik. Schwierig wird es auf jeden Fall. Aus meiner Sicht sind Fachleute an dieser Stelle besser geeignet als Lehrpersonen welche gerne mit Computern arbeiten. Ok, es ist doch sowieso jeder der die ct liest ein Informatiker oder? ;)
Mittwoch, 12. November 2014, Dave

PC-John: Im Lehrplan 21 steht nicht nur, dass es Informatik-Unterricht geben soll, im Teillehrplan "Medien und Informatik" sind auch bereits die zu erwerbenden Kompetenzen beschrieben. Siehe http://projekt.lehrplan-21.ch/lehrplan/V3/container/31_10_0_0_1_1.pdf Wie "gut" dieser Lehrplan ist, wird sich zeigen.
Dienstag, 11. November 2014, Beat Döbeli Honegger

Aus dem Posting von Dave: ...Dann braucht es jetzt nur noch kompetente Personen, welche das Fach unterrichten können... Und dann wird es schwierig, wenn ein paar Schüler schon viel mehr wissen als der Lehrer vorne an der Klasse. Das ist das gleiche Problem, wenn in einer IT-Abteilung die PC-Techniker an der Front viel mehr wissen als der gesamte Dienstweg zusammen. Aus dem Posting von Marco: ... Während unnütze Schulzeit mit Singen, Turnen, Religion oder - seien wir mal ehrlich - Französisch vergeudet wird ... Etwas Kultur und Allgemeinbildung braucht es schon, es sind nicht alle Kids absolute Technik-Freaks. Vor allem musische Fächer sind umstritten in einer Technik-Welt. Hingegen war beispielsweise die Mengenlehre im Rechnen ABSOLUT !!! sinnlose Zeitvergeudung. Und wem haben wir dies zu verdanken? Wer ist der kantonale Regierungsrat mit diesem Ressort? Wo aber soll man mit der Informatik beginnen? Bitte mal Vorschläge machen! Soll man dabei mit dem Binärsystem beginnen, aufbauend mit Nullen und Einsen? Binär, Oktal, Hexadezimal etc.? Oder gleich mit etwas praktischem? Hardware zusammenstecken, wenn es dann läuft ist gut, und sonst den Hardware-Spezialist rufen? Einen guten Lehrplan für diesen Informatik-Unterricht zusammenzustellen dürfte sehr schwierig werden. Vor allem darum, weil die Grundkenntniss-Unterschiede der Schüler in diesem Fach nirgendwo so gross sein werden wie hier. PC-John
Dienstag, 11. November 2014, PC-John

Dann braucht es jetzt nur noch kompetente Personen, welche das Fach unterrichten können...
Montag, 10. November 2014, Dave

Wie traurig ist das denn. Während unnütze Schulzeit mit Singen, Turnen, Religion oder - seien wir mal ehrlich - Französisch vergeudet wird, brauchte es Jahrzehnte bis die völlig weltbeherrschende Informatik offiziell in den Lehrplan aufgenommen wurde.
Montag, 10. November 2014, Marco



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