CES: IBM und Intel zeigen Quantencomputer

von Simon Wegmüller

10. Januar 2018 - Sowohl Intel als auch IBM haben an der CES Quantencomputer präsentiert. Diese warten mit Rechenleistungen von 49 beziehungsweise 50 Qubits auf.

Im November letzten Jahres hatte IBM den weltweit ersten Quantencomputer mit 50 Quantenbit vorgestellt (Swiss IT Magazine berichtete), genaue Details jedoch noch zurückgehalten. An der CES in diesem Jahr brachte das Unternehmen nun die Innereien mit. Die größte Herausforderung beim Bau eines solchen Rechners bestehe darin, den Chip von unerwünschtem Rauschen zu isolieren, so IBM Research Vice President Jeffrey Welser gegenüber "Engadget". Dazu gehören elektrisches, magnetisches und thermisches Rauschen - allein die Temperatur des Raumes mache die gesamte Maschine unbrauchbar. Das Besondere des Quantencomputers ist es, so Welser, dass er in der Lage ist, Berechnungen durchzuführen, die mit klassischen Computern nicht möglich wären.

Um das Problem zu umgehen, kühlt das System allmählich von vier Kelvin auf 800 Millikelvin, 100 Millikelvin und schließlich 10 Millikelvin ab. Im Inneren des Kanisters sind das 10 Millionstel Grad über dem absoluten Nullpunkt. Drähte leiten derweil Frequenzsignale bis zum Chip, welche dann auf die Qubits gemappt werden und das Ausführen beliebiger Programme durch das Forschungsteam ermöglichen sollen. Die Verdrahtung ist dabei so ausgelegt, dass kein Fremdgeräusch - einschließlich Wärme - zum Quantencomputerchip am Boden transportiert wird.

Gleichzeitig hat auch Intel hat an der CES einen Quantencomputer präsentiert, der 49 Qubits an Rechenleistung liefern soll. Wie "The Inquirer" berichtet, prognostiziert Intel allerdings, dass man mit tatsächlich brauchbaren Quantencomputern erst in fünf bis sieben Jahren rechnen dürfe. Gemäss Schätzungen braucht es mehr als eine Million Qubits an Rechenleistung, um damit brauchbare Operationen durchführen zu können.

Neben der Arbeit an supraleitenden Qubits investiert Intel aber auch auch in "Spin Qubits", eine relativ neue Entwicklung, die eine Quantenkontrolle des Elektrons und des Kernspins eines einzelnen Atoms in Silizium erfordert. Der Vorteil von Spin-qubit-Chips ist, dass sie viel kleiner sein sollten als supraleitende Chips. Intel ist offensichtlich ein Experte für Silizium und hat bereits einen Weg entwickelt, Spin-Qubits auf seinem 300nm-Prozess herzustellen.

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