Mobile Printing gewünscht, aber kaum Realität

von Alina Brack

24. Mai 2013 - Anwender würden mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets gerne mit der Druckerinfrastruktur verbinden und von unterwegs drucken. Doch zwischen dem Bedürfnis und den tatsächlichen Möglichkeiten gibt es noch eine grosse Diskrepanz, wie die Printer-Umfrage 13 von Brother und Dokulife zeigt.

Wie bereits in den vergangenen Jahren hat Dokulife Consulting & Research auch in diesem Jahr im Auftrag von Brother eine Printer-Umfrage in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführt und die Ergebnisse am Donnerstag im Rahmen einer Medienveranstaltung präsentiert.

Im Fokus der Printer-Umfrage 2013 stand dabei die zunehmende Mobilität in der Arbeitswelt. Unter dem Motto "Arbeit macht mobil – Drucken in Unternehmen und zu Hause in Zeiten von Smartphones und Tablets" wurde untersucht, wie sehr mobile Geräte heutzutage an die Drucker-Infrastruktur angebunden sind. Rund 63 Prozent der Teilnehmer setzen bereits ein Smartphone für berufliche Zwecke ein und 29 Prozent verwenden ein Tablet im Berufsalltag, wie die Umfrage zeigt. Dabei werden vor allem textorientierte Aufgaben mit dem Smartphone erledigt. 92 Prozent nutzen das Smartphone etwa zur Verarbeitung von E-Mails, gefolgt von der Terminverwaltung (87%) und dem Surfen im Internet (79%). Die beliebtesten Einsatzgebiete der Tablets unterscheiden sich nicht von denjenigen der Smartphones, wobei aber Terminverwaltung und das Surfen im Internet die Plätze tauschen.

Die Untersuchung offenbart des weiteren, dass zwar der Wunsch nach dem Drucken von unterwegs, von mobilen Geräten aus auf einen stationären Printer durchaus vorhanden, aber selten Realität ist. So geben 33 Prozent der berufstätigen Befragten an, dass sie von mobilen Devices her drucken. Mit 49 Prozent gibt jedoch fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer zu Protokoll, dass sie gerne von unterwegs via ihr Smartphone oder Tablet drucken möchten, dies aber nicht können. Es besteht also eine deutliche Diskrepanz zwischen Bedürfnis und Angebot, wie Oliver Jendro, Senior Analyst bei Dokulife, bilanziert. Als Hauptgrund für die fehlende Möglichkeit, von unterwegs zu drucken, nennen mit 71 Prozent die meisten Befragten das Fehlen eines passenden Druckers. Interessant ist zudem, dass das Drucken von mobilen Geräten aus keine Alterfrage zu sein scheint. Laut Jendro gibt es zwar Unterschiede je nach Altersklasse, aber diese seien viel geringer als erwartet.


Für die Printer-Umfrage 2013 wurden auch Händler befragt (immerhin 89 Prozent der Teilnehmer sind Händler, 46 Prozent davon im Drucker-Bereich), unter anderem zum Thema Managed Print Services (MPS). Dabei zeigt sich, dass 15 Prozent der Händler ein MPS-Angebot für Druckergeräte verkaufen. Im Vorjahr waren es mit 13 Prozent noch etwas weniger. Für Jendro ist dies der Beweis, dass MPS nicht mehr aus dem Markt verschwinden wird. Allerdings habe MPS die Branche nicht revolutioniert und sei derzeit eher etwas für grössere Unternehmen.

Und schliesslich offenbart die Studie einen Trend hin zu Document-Management-Systemen (DMS). Waren es in der Printer-Umfrage 2012 noch 28 Prozent der Unternehmen, die eine DMS-Lösung einsetzten, so sind es heuer bereits 41 Prozent. Ausserdem geben 44 Prozent der befragten Händler an, dass sie eine Art DMS im Angebot haben. Für Jendro lassen diese Zahlen den Schluss zu, dass DMS zur Normalität wird.

Und obwohl die Befragten gerne von mobilen Geräten aus drucken möchten, so ist laut Brother erstmals in der fünfjährigen Geschichte der Printer-Umfrage eine Verhaltensänderung beobachtbar. 23 Prozent geben zwar an, dass sie mehr drucken als vor zwei Jahren, aber 27 Prozent gegeben zu Protokoll, dass sie weniger drucken als noch 2011. Somit ist der Anteil derjenigen Umfrageteilnehmer, die weniger drucken erstmals höher als der Prozentsatz jener, die mehr drucken.

Für die Umfrage wurden insgesamt 8451 gültige Fragebogen abgegeben – davon 6395 aus Deutschland, 1111 aus Österreich und 612 aus der Schweiz.

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