Privatsphäre und Sicherheit im Netz

Eblocker und Security Pi

Privatsphäre und Sicherheit im Netz

Artikel erschienen in IT Magazine 2017/10
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Wer noch mehr Privatsphäre wünscht, findet in den Einstellungen gleich mehrere Kategorien, um den Schutz des Netzwerks den eigenen Wünschen anzupassen. Zum einen findet man hier eine Liste aller am Netzwerk angeschlossenen Geräte sowie eine erweiterbare Liste von Apps, denen man uneingeschränkten Zugriff auf das Internet gewähren kann, sollte es zu Kompatibilitätsproblemen kommen. Auch SSL lässt sich aktivieren, indem für jeden Browser ein entsprechendes Zertifikat generiert und installiert wird. Danach analysiert der Eblocker auch verschlüsselte Verbindungen. Wird eine solche blockiert, kann die entsprechende Domäne in der Freigabeliste erfasst werden und lässt sich danach wieder aufrufen. Sollte eine App mit aktiviertem SSL nicht kompatibel sein, kann Eblocker ihre Verbindungsversuche aufzeichnen und diese anschliessend analysieren. Danach kann der Nutzer festlegen, wie sich der Eblocker gegenüber dieser App verhalten soll. Interessant ist auch die Option zur Anonymisierung der eigenen IP-Adresse, indem der Zugang zum Internet über das Tor-Netzwerk erfolgt oder über ein beliebiges VPN-Netzwerk, welches das OpenVPN-Protokoll unterstützt. Nicht zuletzt gibt es auch die Möglichkeit, das eigene Gerät zu tarnen und als ein anderes auszugeben. So lässt sich dem verbundenen Server vorgaukeln, man nutze ein mobiles Gerät mit Android oder iOS beziehungsweise einen Mac, Linux- oder Windows-PC.

Der Türsteher versteht sein Handwerk

Der grösste Vorteil einer solchen zentralisierten Lösung zum Schutz der Privatsphäre besteht zweifelsohne darin, dass der Nutzer die nötigen Einstellungen nur einmal vornehmen muss und damit gleich alle Endgeräte im Netzwerk schützen kann. Dabei sichert der Eblocker nicht nur PCs und Notebooks, sondern auch mobile Geräte wie Smartphones und Tablets sowie Smart-TVs oder Spielkonsolen. Der Eblocker übernimmt dabei die Rolle eines Türstehers, der alle Datensammler vom eigenen Netzwerk fernhält. Will der Nutzer einigen Diensten dennoch Eintritt gewähren, kann er dem Türsteher sozusagen Gästelisten in die Hand drücken, auf denen die Namen derjenigen Verbindungen stehen, die willkommen sind.

Man merkt, dass Eblocker von Sicherheits-Profis konzipiert wurde, die ihre Lösung ständig weiter entwickeln und um sinnvolle Features ergänzen. Eine Aktualisierung des Betriebssystems auf die neueste Version brachte gleich mehrere Verbesserungen mit sich und merzte Fehlfunktionen aus, die mit der vorinstallierten Software noch vorhanden waren. Das macht den Eblocker zu einem durchaus spannenden Produkt, das es mit wenigen Handgriffen erlaubt, die eigene Privatsphäre zu wahren und ein ganzes Netzwerk mit nur einem Gerät vor unerwünschten Zugriffen zu schützen. Auch die Verarbeitung stimmt. Doch auch wenn die Lösung einfach aufzusetzen ist, müssen sich technisch weniger versierte Nutzer darauf einstellen, das über 80 Seiten lange Handbuch zu konsultieren, um alle Funktionen in ihrem vollen Umfang nutzen zu können. Ob darüber hinaus der relativ happige Kaufpreis von über 250 Franken und die jährlichen Kosten für die Erneuerung der Lizenz gerechtfertigt sind, muss jeder für sich entscheiden, Freiheit hat allerdings immer ihren Preis.
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