Fallbeispiel: Datenschutz als Chance

Fallbeispiel: Datenschutz als Chance

Artikel erschienen in IT Magazine 2018/04
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7. April 2018 -  Der Energiedienstleister Alpiq hat schon früh und mit breit angelegten Massnahmen auf die EU-Datenschutzgrundverordnung reagiert – von der Chefetage bis in alle Tochterbetriebe und Regionen.
Fallbeispiel: Datenschutz als Chance
"Machen Sie Datenschutz zur Chefsache." Friedrich Bohl, Group Data Privacy Officer, Alpiq (Quelle: Alpiq)
Seit die Europäische Union 2015 klare Signale sendete, dass ein neues, strengeres Datenschutzgesetz in Aussicht ist, mussten alle Unternehmen, die in irgendeiner Form Personendaten von EU-Bürgern verarbeiten, zwingend reagieren. Auch beim Schweizer Energiedienstleister Alpiq wurde die Verordnung schon früh zum Thema, und so entschied das Executive Board Ende 2015, dass die Schaffung der Stelle des internen Datenschützers die Voraussetzung für eine saubere Umsetzung der neuen Datenschutznormen ist. Seit dem Frühjahr 2017 besetzt Friedrich Bohl diese Stelle und hält somit den Titel des Group Data Privacy Officers, der dafür verantwortlich ist, Alpiq auf die DSGVO vorzubereiten und den Datenschutz über die gesamte Gruppe zu orchestrieren. Im Gespräch mit "Swiss IT Maga­zine" berichtet er vom laufenden Prozess, den Herausforderungen und den Plänen, die das Unternehmen im Bereich Datenschutz verfolgt und umsetzt.

Eine Herausforderung für einen Veteranen

Bohl, der seinen Erfahrungsschatz im Bereich Datenschutz vor allem während seines langjährigen Engagements bei Robert Bosch und danach beim Datenschutzbeauftragten des Kantons Solothurn erweitern konnte, ist offensichtlich begeistert von dieser Aufgabe. "Mit dieser Verantwortung für die ganze Gruppe im Hinblick auf die DSGVO kann man einiges bewegen. Obwohl ich erst neun Monate beim Kanton arbeitete, war es einfach eine Challenge, bei der ich nur schwer nein sagen konnte", gibt er zu Protokoll. Er scheint die passende Challenge gefunden zu haben.

Aber warum reagierte die Firmenführung mit so konsequenten Massnahmen? Als Schweizer Unternehmen ist Alpiq in erster Instanz zwar nicht von der Euro­päischen Gesetzgebung betroffen, wenn man aber die starke Position im internationalen Energiehandel oder die euro­päische Stromproduktion ansieht sowie die Anzahl und Streuung der Tochterfirmen betrachtet, welche die Gruppe unter sich vereint, wird schnell klar, dass Alpiq in so gut wie allen EU-Staaten vertreten ist. Aber selbst dann – warum ist ein klassisches B2B-Unternehmen in Sachen Personendatenschutz so vorsichtig? "Digitalisierung zieht natürlich nicht an uns vorbei", argumentiert Bohl. Alpiq habe diesen Wachstumsbereich frühzeitig gezielt ausgebaut und 2017 im Accenture-Digitalisierungsranking Platz 1 belegt.

Aber auch bei gewissen Produkten ist konsequenter Datenschutz ein absolutes Muss. So lanciert das Unternehmen aktuell beispielsweise ein Pilotprojekt für Elektro-Mobilität in Deutschland, bei dem sich Kunden über eine Web-Kon­sole ein Leasing-Paket inklusive Fahrzeug, Strom und zusätzlichen Dienstleistungen zusammenstellen können. Ein weiteres Thema sind digitale Verträge mit Endkunden, bei denen die Identitätsprüfung online abgewickelt wird. Auch hier findet eine grosse Verarbeitung von Personendaten statt. Ein ausgezeichnetes Beispiel für Privacy by Design, wo die Frage nach dem Datenschutz schon als Teil der Entwicklung angesehen wird.
 
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