Die Partnerbörse für Autos

Start-up Carhelper
Die Partnerbörse für Autos

Die Partnerbörse für Autos

(Quelle: Carhelper)
Artikel erschienen in IT Magazine 2018/04
Seite 1
7. April 2018 -  Carhelper verfolgt das Ziel, Kunden, die auf der Suche nach einer Auto-Werkstatt sind, einfach und schnell mit einem geeigneten Anbieter zu verbinden. Dabei lassen sich etwa Preise vergleichen und Services direkt online buchen.
Das folgende Problem kennt fast jeder Autofahrer: Eigentlich bringt man das Gefährt nur für einen kleinen Service in die Garage, etwa um die Bremsklötze zu prüfen oder abgefahrene Reifen zu ersetzen. Zum Ende hin erhält man aber eine Rechnung und stellt fest, dass der Garagist nebenbei noch verschiedene Zusatzleistungen erbracht hat, die so im Voraus nicht vereinbart waren. Genau hier setzt das Zürcher Start-up Carhelper an, und zwar mit einer innovativen Plattform, die Licht ins Dunkel des Automobil-Dschungels bringen soll.

Matthias Gerber, Gründer und CEO des Jungunternehmens mit Sitz in Zürich, ist gelernter Automechaniker und kennt solche Fälle nur zu gut: "Als Automechaniker wird man oft von Freunden und Bekannten angefragt, wenn ein Problem mit dem Auto oder einer Garage auftritt." Für Kunden, die sich mit der Technologie im Innern ihrer Fahrzeuge nicht oder nur bedingt auskennen, stellt es sich als nahezu unmöglich heraus, die Höhe des Preises oder die Notwendigkeit von Services und Reparaturen zu beurteilen, die teils ohne Rücksprache verrechnet werden. In Zeiten von Booking.com und Comparis sind sich Kunden allerdings gewohnt, verbindliche Offerten zu erhalten, Preise und Angebote zu vergleichen. Genau dies soll die Online-Plattform Carhelper für die Autobranche möglich machen, auch wenn sich das Umfeld als sehr komplex präsentiert: "Es müssen Millionen von Preiskalkulationen gemacht werden, über Tausende verschiedene Marken, Modelle und Motorisierungen hinweg", erklärt Gerber und ergänzt: "Je nach Alter ist jedes Bauteil anders, je nach Kilometerstand sieht der Wartungsplan anders aus." Um dies zu ermöglichen entwickelte das Carhelper-Team in Eigenregie einen Algorithmus, der für fast alle Autos Sofortpreise für den Service, inklusive Zusatzarbeiten, kalkulieren kann. Kunden erhalten dadurch verschiedene Angebote und können über die Plattform buchen. Eine Gebühr seitens Kunden wird nicht erhoben, Garagisten bezahlen pro vermitteltem Auftrag 10 Prozent des Auftragsvolumens.

Der Automobil-Dschungel

Den Anfang nahm alles im Herbst 2015, als sich Matthias Gerber einem Nachdiplomstudium zum Thema Digitalisierung und Online-Marketing widmete. "Damals schaute ich mich um, was im Automobilsektor für Plattformen in Asien oder den USA existieren", erinnert sich Gerber. "Zwar gibt es solche Plattformen, jedoch keine in einer Art, die sich auf die Schweiz übertragen liesse." Das Verlangen nach mehr Transparenz sei in der Schweiz aber klar vorhanden, es gibt einen grossen Automobilmarkt, viele Garagen. Mit einer konkreten Idee, wie sich so eine Plattform denn in der Schweiz umsetzen liesse, wendete sich Gerber gegen Ende 2015 an die Swiss Startup Factory. Das Konzept setzte sich gegen mehr als 100 Mitbewerber durch und gelangte mit rund zehn Mitbewerbern in die Endrunde des Start-up-Accelerator-Programms. "Dann ging es darum, verschiedene Mile­stones zu erreichen", so Gerber. Zum Ende war Carhelper eines von drei Start-ups, die das Programm erfolgreich beenden konnten.

Als nächster Schritt folgte Mitte 2016 die Gründung der AG, mit dem Startkapital machte man sich daran, eine erste Version der Plattform zu entwickeln. Dazu setzte man komplett auf In-House-Entwicklung. Unter der Leitung von Aleksandar Stevanovic, Mitgründer und CTO, stand so im September 2016 die erste Version von Carhelper bereit. Das Konzept steckte allerdings noch in den Kinderschuhen. "Kunden konnten eine Anfrage machen, wir holten dann jeweils von drei Garagen eine Offerte ein", erklärt Gerber. Die Rechnung ging allerdings nicht ganz auf, denn die Garagisten nervten sich darüber, viele Offerten schreiben zu müssen, wobei sie dann vielleicht nur einmal von dreimal einen Auftrag erhielten. Schnell erkannte das Carhelper-Team, dass das Ganze zu ineffizient, der Aufwand zu gross war, woraufhin man den Entscheid zur Entwicklung eines Algorithmus zur Preiskalkulation fällte. "Im ganzen Jahr 2017 betrieben wir vordergründig die alte Offerten-Plattform, im Hintergrund investierten wir aber alle Ressourcen in die Entwicklung des neuen Systems", erinnert sich Gerber. Im November 2017 ging diese in einer Beta-Version live, nach zwei Monaten wurde aus der Beta- eine Vollversion.
 
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