Native Apps versus Mobile Web

Native Apps versus Mobile Web

Artikel erschienen in IT Magazine 2018/01
Seite 1
3. Februar 2018 -  Von Daniela Capaul-Zoppi

Wer seine Services an den mobilen Konsumenten bringen will, steht vor einigen Fragen. Wann lohnt sich die Investition in eine Native App, was sind die Vorteile eine Web-Applikation?
Im Jahr 2017 erfolgten in der Schweiz rund 44 Prozent aller mobilen Browser-Zugriffe via Smartphone oder Tablet. Diese Zahl hat sich in den letzten vier Jahren verdoppelt und wird mit Sicherheit weiter zunehmen. Die Frage, ob eine mobile Website notwendig ist, kann somit relativ leicht beantwortet werden: Ja! Ein auf mobile Geräte optimierter Webauftritt ist heutzutage ein Muss für jedes Unternehmen. Dabei spielt es keine Rolle, ob damit Privatkunden, Firmenkunden, Partner, Lieferanten oder Mitarbeiter angesprochen werden sollen. Wer heute seinem Publikum nur eine klassische Website zumutet, ist definitiv von gestern.
Auch was die Rankings auf Suchmaschinen angeht, ist ein responsive Design mittlerweile ein Muss. Google und andere Suchmaschinen bevorzugen heute Websites, die mobiloptimiert dargestellt werden, andere werden auf die hinteren Plätze verwiesen. Wie aber steht es um die Apps?

Kleiner Exkurs: Was sind ­Mobile Apps

Der Begriff Mobile Apps wird nicht einheitlich verwendet. Deshalb hier kurz eine Definition: Mobile Apps im engeren Sinne sind native Applikationen, das heisst Software-Programme, die direkt oder mit Hilfe eines Frameworks in der jeweiligen Plattform-Sprache geschrieben sind, zum Beispiel für iOS oder Android. Native Apps erlauben vollen Zugriff auf Gerätefunktionen wie Kamera oder GPS und bieten sämtliche Funktionen wie Offline-Verfügbarkeit oder Push-Service. Sie laden rasch, verbrauchen weniger Datenvolumen und bieten dem User ein Optimum an Usability und Performance. Native Apps werden via App Stores angeboten und können von den Anwendern gratis oder gegen Bezahlung heruntergeladen werden.

Responsive Websites und mobile Websites (Web Apps) werden hingegen via Browser aufgerufen, lassen sich aber ebenfalls mit einem Icon auf den Homescreen hinzufügen. Technologisch basieren sie auf Webtechnologien (HTML, CSS, Java), wobei Web Apps klassischerweise mehr Funktionen als responsive Websites aufweisen. Beide können jedoch nicht im vollen Umfang auf native Gerätefunktionen zugreifen oder Funktionen wie Offline-Fähigkeit und Push-Service bieten, wie dies native Apps können. Der Vollständigkeit halber seien hier auch noch die hybriden Apps erwähnt. Dies sind mehrheitlich auf Webtechnologien basierende Apps, die in eine native Hülle gepackt werden, um via App Store vertrieben werden zu können.

Mit den sogenannten Progressive Web Apps (PWA) will Google diesen Nachteilen nun entgegenwirken, in dem diese beispielsweise rascher laden und auch offline verfügbar sind. PWAs können jedoch nur auf Android-Geräten vollumfänglich genutzt werden. Im Folgenden meinen wir also mit mobile Apps native Apps, im Gegensatz zu responsive Websites, Web Apps oder PWAs.
 
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