Downloads illegaler Inhalte bleiben legal

Downloads illegaler Inhalte bleiben legal

22. November 2017 -  Im revidierten Urheberrecht soll der Download urheberrechtlich geschützter Inhalte weiterhin straffrei bleiben. Hingegen will man die Provider stärker in die Pflicht nehmen.
Downloads illegaler Inhalte bleiben legal
(Quelle: Compress)
Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 22. November den Gesetzesentwurf zum Urheberrecht verabschiedet. Wie er in seiner Botschaft festhält, will man auch künftig "konsequent gegen illegale Piraterie-Angebote im Internet vorgehen", um die Rechte der Kulturschaffenden zu respektieren. Allerdings sollen sich die Massnahmen nur gegen jene richten, die illegal Inhalte zugänglich machen, nicht jedoch gegen die Konsumenten dieser illegalen Angebote. "Sie dürfen beispielsweise ein Musikstück, das ohne Erlaubnis des Rechteinhabers im Internet veröffentlicht worden ist, auch künftig für den privaten Gebrauch herunterladen."

Konkret soll damit lediglich gegen die Hosting-Provider vorgegangen werden, die dafür verantwortlich sein sollen, dass auf ihren Servern "keine Piraterie-Plattformen beherbergt und dass bei Urheberrechtsverletzungen die betroffenen Inhalte rasch entfernt werden". Neu müssen Provider zudem dafür sorgen, dass einmal entfernte Inhalte auch entfernt bleiben. Der Bundesrat spricht hier von einer "Stay-Down"-Pflicht. Zudem stellt die Vorlage klar, dass die Datenbearbeitung zur strafrechtlichen Verfolgung zulässig ist. Von sogenannten Netzsperren wird hingegen explizit abgesehen.


Weitere Neuerungen des Urheberrechts betreffen die Nutzung von Inhalten durch Forschende und Bibliotheken ohne die Zustimmung der Rechteinhaber, die Verlängerung der Schutzfrist von 50 auf 70 Jahre, einen erweiterten Schutz für Fotografien sowie die effizientere Verwertung von Video-on-Demand-Rechten.

Die vorgeschlagenen Neuerungen wurden im Rahmen eines Kompromisses mit der vom EJPD eingesetzten Arbeitsgruppe zur Revision des Urheberrechts, kurz AGUR, getroffen. (rd)
Weitere Artikel zum Thema
 • ICT-Branche lehnt URG- und FMG-Revision ab
 • Bundesrat will Urheberrecht modernisieren

Vorherige News
 
Nächste News

Kommentare

Donnerstag, 23. November 2017 austyn
Es ist auch richtig dass der User unbescholten bleibt, ich kann nicht immer zweifelsfrei feststellen, dass die Urheberrechte gewahrt bleiben wenn ich ein Musikstück herunterlade, wer es aber anbietet, der kann das!

Neuen Kommentar erfassen

Kommentare werden vor der Freischaltung durch die Redaktion geprüft.
Anti-Spam-Frage Aus welcher Stadt stammten die Bremer Stadtmusikanten?
Antwort
Name
E-Mail
NEWSLETTER ABONNIEREN
Abonnieren Sie unseren täglichen Newsletter mit den wichtigsten ICT-Meldungen
SWISS IT MAGAZINE - AUSGABE 2017/12
Schwerpunkt: IT-Trends 2018
• Digitale Transformation der Unternehmen
• Mensch und Maschine im Einklang
• Digitale Bilder verschmelzen mit der Realität
• Cybersecurity: Vom Hype in die Integration
• Cloud und Co. fordern das Datenmanagement heraus
Zum Inhaltsverzeichnis
SPONSOREN & PARTNER