"In vielen Unternehmen ist Agilität ein wichtiges Thema"

"In vielen Unternehmen ist Agilität ein wichtiges Thema"

Artikel erschienen in IT Magazine 2017/07
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8. Juli 2017 -  Interview: Simon Zaugg

Am 14. September 2017 findet die 9. Lean, Agile & Scrum Konferenz (LAS) in Zürich statt. Weshalb sich ein Besuch auf jeden Fall lohnt, erläutert Andreas Buzzi vom Organisationsteam.
Wie ist aus der Sicht von euch Organisatoren, der Fachgruppe Lean, Agile & Scrum, das Thema "Lean, Agile, Scrum" in Schweizer Firmen und bei Entscheidern in Unternehmen zurzeit platziert?
In vielen Unternehmen ist Agilität ein wichtiges Thema. Die Motivation, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, ist jedoch vielschichtig: Man möchte zum Beispiel als aufgeschlossener, zeitgemässer und attraktiver Arbeitgeber erscheinen oder erhofft sich Hilfe, um die digitale Transformation effizienter bewältigen zu können, wieder andere Firmen wollen die bestehende IT-Organisation, deren Rollen und Prozesse wirkungsvoller gestalten. Eine konsequente Umsetzung vom agilen Gedankengut auf allen Hierarchiestufen, in allen Entwicklungsprozessen, Entscheidungsgremien etc. ist aber nach wie vor eher die Ausnahme als die Regel. Nach unseren Erfahrungen benötigen solche grundlegenden Veränderungen – insbesondere in grösseren Firmen – oft einen Manager-Generationenwechsel, um sich flächendeckend und konsequent durchzusetzen.

Weshalb sollte sich ein Unternehmen mit "Lean, Agile, Scrum" auseinandersetzen?
Richtig eingesetzt, unterstützen agile Methoden eine effizientere Umsetzung der Veränderungen in der Geschäftswelt, unabhängig davon, ob diese aufgrund von internen oder von externen Anforderungen implementiert werden müssen. Zusätzlich haben wir auch festgestellt, dass, wenn die Entwicklungsteams vermehrt Kompetenzen und einen erweiterten Handlungs- und Entscheidungsfreiraum erhalten, die Mitarbeiter besser motiviert sind und höhere Leistungen erbringen. Wir können auch beobachten, dass agil geführte Projekte zu einer verbesserten Zufriedenheit beim Auftraggeber führen. Auch sind gemäss neuesten Statistiken agile Projekte erfolgreicher im Vergleich zu traditionell geführten IT-Vorhaben.
Wie steht die Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern da?
Abgesehen von kleineren innovativen Firmen, reagieren viele Unternehmen relativ konservativ auf Neuerungen im IT-Umfeld. Dies ist nicht verwunderlich, wenn man die Häufigkeiten von neuen IT-Buzzwords im Markt verfolgt – es ist schwierig, die relevanten Strömungen mit nachhaltiger Wirkung von den Eintagsfliegen zu unterscheiden. Es überrascht kaum, dass besonders in grösseren Firmen zuerst die Marktentwicklung und potenzielle Erfolgschancen anhand der "Early Adopters" beurteilt werden. In Bezug auf neue IT-Trends gehört aus unserer Sicht die Schweiz nicht zu den experimentierfreudigsten Nationen. Dementsprechend hinken wir nach unseren Einschätzungen im europäischen und internationalen Vergleich eher hinterher.

Was sind aus eurer Sicht thematisch/inhaltlich die wichtigsten Trends?
Die wichtigsten Herausforderungen, welche es in Rekordzeit zu bewältigen gilt, sind Themen wie die digitale Transformation, vor allem in den bisher traditionell geführten Bereichen wie zum Beispiel in der Finanz- oder Versicherungsindustrie. Sicher wird sich auch Internet of Things (IoT) rasant entwickeln und besonders die Konsum- und Haushaltsindustrie darf hier den Anschluss nicht verlieren. In gewissen Branchen feiern die Roboter, Machine Learning und Artificial Intelligence wieder ein Comeback, obschon diese Technologien eigentlich schon seit Jahren existieren. In vielen Firmen findet auch der DevOps-Ansatz zunehmend Akzeptanz, so dass sich auch Beratungshäuser und Softwarefirmen verstärkt mit diesem Thema befassen werden. Was wiederum alle Themen gemeinsam haben: Agile Methoden können bei der Umsetzung hilfreich eingesetzt werden.
 
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